Schmerzlexikon P

Research study sponsored by ENRAC

Palliativteam

Interdisziplinäres Schmerzteam mit dem Ziel der Begleitung durch Schmerzlinderung und Erhaltung der Lebensqualität, auch Palliativ-Care-Team. Die Leistung wird auch Palliative Care genannt. Palliativmedizin ist die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Es gibt organisationsbezogene und organisationsunabhängige Palliativteams. Spezialisten für Palliativmedizin sind aktiv in: Medizinisches Versorgungszentrum, Klinikum, Schmerzzentrum, Schmerzambulanz, niedergelassenem Bereich, Alters- und Pflegeheim oder mobile Betreuung vor Ort.

Von 820.000 Sterbenden pro Jahr haben 40-60% Bedarf für eine ärztliche Palliativversorgung, nur 4,1% nutzen sie. Eine ehrenamtliche hospizliche Begleitung erhalten 6,2%, meistens zuhause oder stationär [Deutsche Hospiz Stiftung 2007].

Die ‚Spezialisierte ambulante Palliativversorgung‘ SAPV wurde mit dem GKV-WSG in das SGB V eingeführt. Es handelt sich um eine primär medizinisch ausgerichtete Gesamtleistung mit ärztlichen und pflegerischen Leistungsanteilen, die subsidiär zum vorhandenen Versorgungsangebot stehen. Abgrenzungsfragen zur allgemeinen Palliativversorgung, Personenkreis und konkrete Ausgestaltung bestimmt der G-BA in einer Richtlinie, die das BMG genehmigt hat.

Die SAPV zielt darauf ab, dem Wunsch schwerstkranker Menschen zu entsprechen, in Würde und möglichst in der eigenen häuslichen Umgebung zu sterben. Seit 01.04.07 besteht ein Leistungsanspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung durch GKV. Anspruch haben Patienten mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung bei einer zugleich begrenzten Lebenserwartung, die eine besonders aufwändige Versorgung benötigen.

Pandemische Krankheit

Eine allgemeine Krankheit, die das ganze Volk angeht, von welcher viele Menschen befallen werden. Im Extremfall kann sich eine pandemische Krankheit auch seuchenartig ausbreiten. Die Grippe kann sich relativ einfach weltweit ausbreiten. Forscher erwarten, dass sich Diabetes Mellitus, in D die teuerste chronische Erkrankung mit tödlichem Risiko, pandemisch weiterentwickeln wird.

Die EbM-Forschung erkennt, dass die 40 Mio. Übergewichtigen potentielle Chroniker für Diabetes Mellitus darstellen. Sie sehen einen direkten Zusammenhang mit mangelhafter Ernährung und mangelhafter Bewegung. Warum in den letzten 15 Jahren die Übergewichten viel stärker wachsen als früher wissen sie nicht zu erklären.

Die Lösung ist: Chronifizierungs-Ursache sind die Dauerstressfaktoren. Die Dauerstressfaktoren wie z.B. erhöhte Existenzangst seit 15 Jahren leiten die Meridianblockade ein, s. Schmerz-Klassifikation. Die Dauerstressfaktoren sind die ursächliche Ursache für die Chronifizierung., erst danach entwickeln sich die Folgen aufgrund mangelhaftem Wohlbefinden. Daraus erwachsen dann die Syndrome, die die EbM-Ärzte diagnostizieren können. Die EbM versäumt, die Vorläufererkrankung zu betrachten. Wenn erst die Syndrome vorliegen, ist es schon zu spät für eine Wiederherstellung der Gesundheit. Die Diabetes-Schmerzen erfordern Schmerzlinderung. Fortan vergiften die dauerhaften Pharmakotherapien den Körper schleichend und kontinuierlich.

Parlamentarier

Der Bundestagsabgeordnete, umgangssprachlich Volksvertreter, ist eine von Wahlberechtigten in den Deutschen Bundestag gewählte Person. Er verantwortet die Gesetzgebung für das Gesundheitswesen. Die Tätigkeit umfasst die gesetzliche Krankenversicherung, die Pflegeversicherung, Patientenrechte, ärztliche Belange, ethische Fragen der Medizin, Arzneimittelsicherheit, Krankheitsvorsorge oder Forschungsförderung im medizinischen Bereich.

Die Parlamentarier in den Ausschüssen des Bundestages leisten wichtige Vorarbeit für den Bundestag. Die Abgeordneten befassen sich mit Themen ihres beruflichen Kompetenzfeldes. Daher werden viele Gesetzesvorlagen nach der ersten Lesung im Bundestag an die Fachleute der Fraktionen in den Bundestagsausschüssen überwiesen. Hier werden sie noch einmal im Einzelnen überprüft und dem Bundestag erneut zur Abstimmung vorgelegt. Die Ausschüsse laden sich in öffentlichen Anhörungen Sachverständige zu ihren Themen ein und können auch selbst initiativ werden und Gesetzentwürfe erarbeiten.

Einen verständlichen Überblick zu Politik und Zeitgeschichte und die Sitzungen des Bundestags gibt Das Parlament.

Parlamentwatch

Im Portal Abgeordnetenwatch.de des Parlamentwatch e.V. stellen Bundesbürger professionelle Fragen direkt an einen Politiker. Es sind sämtliche EU- und Bundestags-Abgeordnete öffentlich einsehbar befragbar. Das Portal listet die Ausschussmitglieder nach Fraktionen. Um schnell Profil, Nebentätigkiten und politische Einstellung einzusehen, wird einfach der Name in der Suche eingegeben. Im Profil werden alle Fragen & Antworten unterhalb der Zeile Bundestagswahl publiziert.

Transparenz über das Verhalten, von ethisch bis unethisch, von Parlamentariern zeigt seine Wirkung im Internet, dem digitalen Langzeitspeicher. 112 Fragen an den Innenminister bügelte die amtierende Person mit einem Standardtext ab. Damit hat sich die Person im digitalen Wählergedächtnis verewigt. Mit Antwort 113 jedoch überraschte der Innenminister mit seiner ersten inhaltlichen Stellungnahme. Die Qualität der Fragen auf der öffentlichen Plattform gaben offensichtlich Anlass, seine Bedenken zurückzustellen.

Partizipative Entscheidungsfindung

Der Arzt beteiligt den Patienten an der Entscheidung für die möglichen Therapien, wenn der Patient sich mit dieser Vorgehensweise einverstanden erklärt:

•  Arzt informiert, dass eine Entscheidung zu treffen ist
•  Arzt bietet eine partizipative Entscheidungsfindung an
•  Arzt zeigt verschiedene Wahlmöglichkeiten auf
•  Arzt informiert über deren Vor- und Nachteile
•  Patient gibt Feedback und stellt Rückfragen
•  Arzt und Patient begründen ihre Präferenzen
•  Beide verhandeln ihre Präferenzen
•  Beide entscheiden gemeinsam eine Therapie
•  Beide vereinbaren die Einhaltung der Entscheidung

Patientenrecht

Die Patientenrechte in Deutschland sind im SGB geregelt. In keinem industrialisierten Land werden Patientenrechte so mit Füssen getreten wie in Deutschland. Die deutsche Gesundheitspolitik ist Weltmeister in perfidem Handeln. Auf einer Analogskala von 0%-100% liegen sie nahe Null, s. BehandlungserfolgErstattungsfähigkeit, PositivlisteStand der Wissenschaft und IQWiG. Mt den Reglungen im SGB wird hauptsächlich die EbM und die Arzneimittelindustrie vor Schadenersatzansprüchen geschützt, das Wachstum der Gesundheitsindustrie abgesichert und die Ausgliederung der chronisch Erkrankten aus der Gesellschaft legitimiert. Die Hoffnung der in 2008 chronisch erkrankten Patienten liegt also in den neuen Rahmenbedingungen für das Europarecht.

Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs hat den Rechtsrahmen für die Patientenmobilität abgesteckt. Das Niveau der nationalen Gesundheitssysteme wird angeglichen. Patienten werden einen Anspruch auf Nichtdiskriminierung und Solidarität bei medizinischen Behandlungen haben. Patienten werden ihr Recht auf gleiche Versorgung künftig einklagen können. Das deutsche Gesundheitssystem fürchtet den Wettbewerb nicht. Schliesslich sind aus Sicht der EbM die ärztlichen Einrichtungen in Deutschland die Besten innerhalb der Europäischen Union EU.

Patienten-Leitlinie

Eine verständliche Leitlinie zu einzelnen Krankheitsbildern.

Patientenwille

Der Wille des Patienten für die Mitgestaltung der ‚patientenorientierten Entscheidung‘ des Arztes und für die persönliche Einstellung zur Gesundung, s. Gedanken.

Perfides Handeln

Eine hinterlistige Aktivität zur Erlangung eines Ziels oder Vorteils zum Schaden einer anderen Person. Dabei wird das Vertrauen oder die Loyalität zu dieser Person ausgenutzt, um beispielsweise in geschäftlichen Beziehungen eigene Interessen durchzusetzen oder einen Vorteil zu erlangen. Benachbarte Eigenschaftswörter sind infam, niederträchtig, treulos, hinterhältig, wortbrüchig, großkotzig, arrogant hinterfotzig.

Chronisch Erkrankte werden in unserer Gesellschaft nicht ernst genommen, von keiner gesellschaftlichen Institution, alle Institutionen versagen. Den durch Chronifizierung Betroffenen werden damit systematisch die Menschenwürde und die materiellen Rechte genommen. Die Situation der Chronifizierten in D steht im Widerspruch zu Art. 2 Abs. 2 GG, dem Recht auf Leben und Gesundheit: „Umweltpatienten …es ist die perfideste Form von Genozid, Betroffene, die sich selbst nicht wehren können, sich selbst zu überlassen” [Mangold & Klein 1957]. Diese gesellschaftliche Unordnung liegt ausschliesslich in der Verantwortlichkeit des BMG und der Parlamentarier.

Pischinger GrundregulationsSystem PGS

System der Stoffwechselprozesse im weichen Bindegewebe, dem Interstitium, ein Untersystem des ganzheitlichen Organismus. 1953 führt Alfred Pischinger das Erklärungsmodell ein, um eine Abgrenzung zum System der Organpathologie zu definieren. Es betrachtet einen Teil der Funktionalität des Organismus:

•  Nervale Versorgung über periphere Nerven
•  Transport Kapillare zu Parenchymzellen
•  Versorgung der Organzellen mit Nährstoffen
•  Interzellulärsubstanz
•  Stoffwechsel: Elektrolyt-, Säure-Basen-Haushalt
•  Abtransport von Schlacken
•  Ablagerung der Gifte aus Zellen
•  Einlagerung von Fremdgiftstoffen
•  Humoralpathologie: Entzündungsprozess

Die EbM nimmt an, dass bei einem intaktem Grundregulationssystem die Funktionalität einwandfrei ist für

•  Nervale Versorgung über periphere Nerven
• 
Versorgung der Organzellen mit Nährstoffen
•  Abtransport von Schlacken über Blut und Lymphe

Die häufigsten Probleme treten durch Verschlackung oder Vergiftung des weichen Bindegewebes auf. Kann das Immunsystem die Belastung nicht mehr leisten, so geht es auf Abwehrstellung gegen alles Zugeführte. Probleme im Grundregulationssystem sind nicht in dem Blut, in der Lymphe und nicht in Organen feststellbar, sie sind in dem weichen Bindegewebe feststellbar.

Erfreulicherweise gibt es bereits einige Ärzte der Schulmedizin, die die Naturmedizin als den richtigen Weg bei Schmerzen und chronischen Erkrankungen erkennen. Das ist sehr lobenswert. Leider führen sie entsprechend der schulmedizinischen Lehre die Laboranalyse anhand einer Blutprobe durch. Den Umgang mit Blut sind sie gewohnt. Auf der Basis der Blutwerte führen die Ärzte sowohl die Entgiftung als auch die Reparatur des Regulationssystems durch. Dabei werden viele Verfahrensfehler gemacht.

Die Laboranalyse liefert Werte für mehr als 500 Stoffe im Blut, das gibt dem Arzt ein aussagekräftiges Bild über die Funktionalität des Stoffwechsels. Allerdings sind die Konzentrationen im Blut nicht repräsentativ für die Konzentrationen der Mineralstoffe, Vitamine und Giftstoffe im Organismus. Blut ist ein Kurzzeit-Transporteur und kein Langzeit-Speicher. Obwohl die Blutanalyse nicht den Grad der Vergiftung für einzelne Giftstoffe wiedergibt, führt der Arzt sodann pauschal eine Entgiftung durch. Dabei verwenden er aber meistens ein Ableitungsverfahren, welches nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Die Vergiftung in der Schaltzentrale Gehirn wird gar nicht abgebaut.

Mit dem Argument der Blutwerte, die die Konzentration der Stoffe im Organismus nicht repräsentieren, verordnet der Arzt sodann ‚Orthomolekulare Vitamine und Spurenelemente‘. Das sind hochdosierte Komplexe, oft für ein halbes Jahr bei täglicher Einnahme. Ohne eine Evidenz für die Unter- oder Überversorgung des Organismus an Mineralstoffen wird der Stoffwechsel mit Überdosierungen an allen Mineralstoffen und allen Vitaminen bombardiert und extrem belastet. Das Motto „Es kann ja nicht schaden“ oder „Studien beweisen die Risikominimierung für…“ geht fehl.

Richtig ist vielmehr, überschreitet ein einzelner Mineralstoff die Obergrenze des individuellen Normbereichs, so können diese Mineralstoffe ganz bestimmte Vitamine nicht resorbieren bzw. aufnehmen. In der Folge belastet die Vitamingabe den Organismus. Die Mineralstoffe dürfen also nicht pauschal hochdosiert werden, müssen vielmehr alle im individuellen Normbereich liegen. Alles andere mag zur Linderung der Beschwerden führen. Es führt aber nicht zur Wiederherstellung der Gesundheit, weil die Mischverhältnisse der individuell einzustellenden Mineralstoffe nicht im individuellen Normbereich liegen.

Erst danach ist eine gezielte Balancierung der Vitamine sinnvoll. Orthomolekulare Komplexe an Vitaminen sind selten sinnvoll, eigentlich nur, wenn der Patient nicht auf die Zuführung der entsprechenden Nahrungsmittel achten kann oder will. Das bisschen an Vitaminen, was gelegentlich fehlt, kann leicht durch eine bewusste Ernährung zugeführt werden. Das hat den unschätzbaren Vorteil, dass der Patient mehrmals täglich seine volle Aufmerksamkeit auf seinen Organismus lenkt und proaktiv mitwirkt. Der Arzt darf dem Patienten nicht diese einmalige Chance nehmen, nur weil er an den Produkten vom beteiligten BioAktiv-Zentrum verdienen will.

Die Annahme der EbM, dass das Erklärungsmodell PGS den ganzheitlichen Organismus darstellt, geht fehl. Das Erklärungsmodell PGS verkennt die Tatsache, dass bei jedem Menschen in Europa die tägliche Belastung von Fremdgiftstoffen unwillkürlich zu Einlagerungen im weichen Bindegewebe führt. Mithin wird ein intaktes Grundregulationssystem in der Realität nicht existieren. Vor dem Schritt Stoffwechselregulation kommen andere erforderliche Schritte der Kernsanierung, die bei alleinigem Fokus auf PGS und Blutanalyse nicht geleistet werden.

Zudem erfasst das Erklärungsmodell PGS die physischen und psychischen Blockaden im Organismus nicht. Diese feinstofflichen Blockaden des Vital Flow erlauben nicht die Wiederherstellung der Gesundheit, selbst wenn das Grundregulationssystem intakt ist.

ENRAC®CMT fundiert auf dem feinstofflichen Erklärungsmodell der TCM. Es misst den Vital Flow im Meridian: Volumen, Fliessgeschwindigkeit und Druck. Damit lässt sich eine physische oder psychische Störung bereits messen und zielführend behandeln, selbst wenn das Grundregulationssystem für den Arzt noch intakt scheint.

Erkenntnis:

Die Schrittfolge der Kensanierung ist einzuhalten. Die Stoffwechselregulation ist nur ein Schritt von vielen Schritten, um die bestmögliche Chance auf Wiederherstellung der Gesundheit zu erzielen. Durch die ENRAC®CMT Behandlung erfolgt die Beseitigung der Blockaden. Die Selbstheilung sorgt dafür, dass auch die Stoffwechselprozesse wieder in Balance gebracht werden.

Pflegereform

Die Pflegereform wurde mit den Stimmen der Koalition verabschiedet. Das Pflegegesetz zur Weiterentwicklung der Pflege tritt am 01.07.08 in Kraft. Beschlossen sind Leistungsverbesserungen in der ambulanten Pflege und der Betreuung von Demenzkranken. Nicht beschlossen ist die Einführung von Pflegestützpunkten, darüber sollen die Bundesländer entscheiden.

Nichtärztliche Gesundheitsberufe wie z. B. medizinische Fachangestellte sollen im Auftrag eines Arztes einen Patienten zu Hause betreuen können. Bei diesen „delegierbaren ärztlichen Leistungen“ handelt es sich um neue Leistungen, die mit einem zusätzlichen Honorar verbunden sind.
Aber auch die von der Ärzteschaft abgelehnte „Substitution ärztlicher Leistungen“ wird möglich: In Modellprojekten soll erprobt werden, inwieweit ärztliche Tätigkeiten – auch ohne ärztlichen Auftrag – auf Pflegefachkräfte übertragen werden können. Der Gemeinsame Bundesausschuss soll die Richtlinien dazu festlegen.
Mit der Pflegereform soll auch die ärztliche Versorgung von Heimbewohnern verbessert werden. Die Kooperation von Niedergelassenen und Heimen hat Vorrang vor der Anstellung von Heimärzten. Vorgesehen ist ein gestuftes Procedere: Heime können einzeln oder gemeinsam Kooperationsverträge mit „geeigneten Vertragsärzten“ schließen. Gelingt dies nicht, kann das Heim einen Antrag bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) stellen. Kommt ein Kooperationsvertrag innerhalb einer Frist von sechs Monaten auch durch die KV nicht zustande, muss der Zulassungsausschuss die Pflegeeinrichtung zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigen. [KVNO 2008]

Künftig müssen Ärzte die Krankenkassen informieren, wenn sie Patienten nach „medizinisch nicht indizierten“ Maßnahmen behandeln.

Pflichtversicherung

Die Gesetzliche Krankenversicherung GKV für 78% Bundesbürger. Der Zugehörigkeit unterliegen nach Erwerbsstatus rund 34 Mio Erwerbstätige  (40 Mio. Ausschliesslich Erwerbstätige  abzüglich 2,1 Mio. Privatversicherte und 3,9 Mio. Öffentlicher Dienst [Stat. Bundesamt 2005]), 20 Mio. Rentenbezieher, 10 Mio. Sozialhilfeempfänger, 6 Mio. Arbeitslos Registrierte inkl. Umschüler. Die Parlamentarier muten den Pflichtversicherten zu

die Finanzierung der gesellschaftlichen Solidargemeinschaft
die Mitfinanzierung von direkten und indirekten Subventionen
   für die Rentenversicherung,
   die Invalidenversicherung und
  
die Arbeitslosenversicherung

Der Vorschlag der niedergelassenen Ärzte NVB zeigt nicht nur die Mängel der Pflichtversicherung auf, sondern unterbreitet auch einen Lösungsvorschlag: Pflicht zur Versicherung statt Pflichtversicherung. Bemerkenswert zukunftsweisend ist die Positionierung der Prävention:

12. „Die Prävention, einschließlich einer Gesundheitserziehung von der Kindheit an, ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe zur Erhöhung der Volksgesundheit. Sie muss über Steuermittel finanziert werden.“

Erkenntnis:

„Primärprävention ist Chronifizierungsprävention“ zieht sich als gesundheitspolitisches Primärziel durch das gesamte vorliegende Nachschlagewerk. 60 Jahre Gesundheitssystem ohne Präventionsgesetz hinterlassen Kostenfolgen, welche die Parlamentarier auch wieder auszubaden haben. Nur wenn die Primärprävention durch Steuermittel finanziert wird, werden die Parlamentarier in Zukunft ethisch verantwortungsvoll mit der Gesundheit ihrer Mitbürger umgehen.

Physiotherapie

Krankengymnastik

Positivliste

Die Liste der NUG-Richtlinie, welche die im deutschen Markt zugelassenen Arzneimittel und Pharmakotherapien listet. Ausschliesslich die Positivliste legt die Erstättungsfähigkeit durch die Krankenkassen fest. Die Positivliste erfüllt zwei Funktionen:

1. Erstattungsfähigkeit:
Zulassungsstatus von Medikamenten und Therapien

2. Aktualisierung:
Gesetzliche Aktualisierungspflicht

Die Parlamentarier stimmten dem Gesetz unter der Prämisse zu, dass die Positivliste um Arzneimittel und Therapien erweitert wird, die „einen mehr als geringfügigen therapeutischen Nutzen haben gemessen am Ausmaß des erzielbaren therapeutischen Effekts“. Aber die Positivlistenkommission macht was sie will. Sie legt willkürlich den ‚erzielbaren therapeutischen Effekt‘ fest, ohne das gesundheitspolitische Ziel und die Patienteninteressen eingefordert zu haben, s. IQWiG.

Die chronisch Erkrankten, vertreten durch die Fachverbände, beschweren sich über die Langzeit-Vergiftungspolitik durch dauerhafte medikamentöse Therapien und fordern nicht-medikamentöser Therapien. Das aber interessiert die Kommission nicht, sie schaut, wie von der EbM seit 200 Jahren gelehrt, nur auf temporäre, extrem kurze Therapiezeiten mit fiktiven ‚patientenorientierten Endpunkten‘. Die Vergiftungen des Patienten über seinen Lebenszyklus werden natürlich erst gar nicht bewertet. Eine menschenverachtende Einstellung die Grundgesetze missachtend.

Die Positivlistenkommission wird vom BMG trotz der Aktualisierungspflicht im Gesetz geschützt. Es ist der politische Wille, den deutschen Stand der Wissenschaft nicht an den internationalen anpassen zu wollen:

1. Eine Aktualisierung wird nicht vorgenommen
2. Innovationen mit hohem Nutzen werden blockiert
3. Der methodisch fehlerhaft vom IQWiG definierte Nutzen regiert
4. G-BA und IQWiG missachten die Menschenwürde

Politik und Wissenschaft fordern, dass der Nachweis der Wirksamkeit eines Arzneimittels die notwendige Voraussetzung für den Marktzugang ist. Die Erstattung soll nicht davon abhängig sein, ob ein Medikament innovativ ist, sondern ob es dem Patienten auch wirklich nützt. Das hört sich gut an. Das Problem dabei ist, dass die Kommission entscheidet, was den Patienten nützt, nicht die Patienten.

Die Arzneimittelhersteller greifen über den VfA den IQWiG an, weil die ergangenen Bewertungen zum therapeutischen Nutzen einzelner Wirkstoffe fehlerhaft seien. Diese aber haben ein noch engeres Blickfeld, sie wollen lediglich die Kurzzeit-Wirkung ihres Arzneimittel betrachten ohne die Langzeit-Nachteile und das Umfeld einzubeziehen.

Das unethische Verhalten von IQWiG und Arzneimittelherstellern muss gestoppt werden. In unserer Demokratie kommt es weder auf die Sichtweise der Streitgruppe Politik & EbM Wissenschaft an, noch auf die Sichtweise der Streitgruppe Arzneimittelhersteller. Die von beiden Streitgruppen nach 60 Jahren erzeugte Faktenlage ist:

•  50% Bundesbürger haben eine chronische Erkrankung
•  Akutmedizinische Therapien für chronischmed. Krankheiten
•  Folge: 80% aller Chronifizierungen sind Vergiftungen
•  3 chronische Krankheiten verursachen 80% GKV-Kosten

Und worüber diskutieren beide? Sie diskutieren über die Verteilung von 80% der GKV-Kosten. Das sind die Interessen der Lobbyisten, die hinter der jeweiligen Streitgruppe stehen. Sie sehen nicht einmal die desaströse Lage der chronisch Erkrankten. Dabei ist der Patient der Wähler und der Geldgeber. Alleine auf die Interessen der chronisch erkrankten Versicherten kommt es an.

Der Gesetzestext für die Aktualisierung der Positivliste um nicht-medikamentöse Therapien existiert. Für die Umsetzung des Gesetzes gibt es keine Lobby. Das braucht es auch eigentlich nicht, weil das BMG die alleinige Verantwortung zur Umsetzung seiner Gesetze hat.

Erkenntnis:

Die Positivliste ist die ursächliche Ursache für die meisten schwerwiegenden Mängel im Gesundheitssystem, die seit 1948 die Chronifizierung der Bundesbürger kontinuierlich ausbaut. Da das BMG die Positivliste nicht zum Nutzen für chronisch erkrankte Patienten und zur Chronifizierungs-Prävention aktualisiert, bleibt ab 2008 nur noch der Weg der Bürgerinitiativen und der Abstrafungen bei Wahlen.

Prävalenz

Anteil von Menschen mit einem festgelegten Merkmal zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Population. Die Rechengröße steht für die Zahl der Erkrankten im Verhältnis zur Zahl der Untersuchten. 1 heisst alle sind krank gleich 100%, ansonsten kleiner als 1.

Prävalenzratio = Anzahl Kranke / Anzahl Untersuchter

Beispiel für chronisch schmerzleidene Patienten:
Prävelenz = 0,5 gleich 50% wenn die Hälfte der Erwachsenen in D chronifiziert sind

Prävelenz = 0,43 gleich 43% wenn 900 Patienten mit gleichartigen chronischen Schmerzen in einer klinischen Studie erforscht werden.

Prävelenz = 0,39 gleich 39% wenn 900 Patienten mit gleichartigen chronischen Schmerzen in einer klinischen Studie erforscht werden, wobei nur Patienten mit 6-12 Monate andauernden chronischem Schmerz teilnehmen.

Prävelenz = 0,29 gleich 29% wenn nur die Patienten mit verschiedenen chronischen Schmerzen in einer ambulanten Studie erforscht werden, die in einem Quartal die Fachärzte einer Region aufsuchen.

Merksatz im EbM-Studium:

Nur durch die Veränderung der Prävalenz
wird eine Therapie zur nützlichen oder unnützen Therapie

Die Anwendung einer ‚rationalen Pharmakotherapie‘ für die Schmerzbefreiung ist eine unnütze Therapie, s. auch Studie. Werden die chronifizierenden Nebenwirkungen und die Wechselwirkungen mit anderen Therapien einbezogen, was die EbM mangels zielgerichteter Gesundheitspolitik nicht zu machen braucht, dann ist die ‚rationale Pharmakotherapie‘ eine volkswirtschaftlich sinnlose Therapie, bewiesen durch den rasant steigenden Grad der Chronifizierung.

Erkenntnis plakativ ausgedrückt:

Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast [Sir Winston Churchill].

Die Evidenz-basierte Medizin basiert auf dieser Qualität von statistischer Signifikanz. Als Masstab dienen eigenwillig definierte und unscharfe Formulierungen.

Als Masstab dient nicht der Mensch, der messbare Gesundheitszustand des Deutschen über seinen Lebenszyklus. Solange die Gesundsheitspolitik das Ziel nicht definiert, solange wird es keine Qualitätsverbesserung durch IQWiG.de geben, nicht einmal eine kleine.

Prävention

Zielgerichtete Maßnahmen für Vorsorge und Gesundheitsförderung, auch Primärpräventation genannt. Vorsorge dient der Vermeidung von Chronifizierung bzw. der Senkung ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit. Gesundheitsförderung dient der Ressourcenstärkung. Vorrangiges Ziel ist die sozial-, geschlechts- und migrationsbedingte Ungleichheit der Gesundheitschancen zu verringern. Eine Prävention steht und fällt mit dem Ziel und der anteiligen Zielverantwortung je Akteur. Ohne primäres, alle Akteure verpflichtendes Praventionsziel ist eine Prävention sinnlos.

Sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen führt zu Stigmatisierung. Nicht sinnvoll ist es, sozial Schwache als Schuldige ihres eigenen Gesundheitszustandes zu stigmatisieren. Unsinnig ist gar, sie der schlecht praktizierten staatlichen Fürsorgepolitik unterzuordnen. Sozial benachteiligte Menschen sterben früher und sind häufiger von Unfällen sowie überdurchschnittlich stark von chronischen Krankheiten betroffen. Männer aus dem unteren Einkommensviertel leben im Durchschnitt zehn Jahre weniger als Männer aus dem oberen Einkommensviertel, bei Frauen sind es fünf Jahre. Es geht darum, der Chronifizierung der sozial Schwachen durch ein zielgerichtetes Präventationsgesetz vorzubeugen: Kampagnen zur Chronifizierungsprävention mit ganz konkreten Präventionsangeboten.

Die bestehenden Präventionsangebote der Krankenkassen richten sich überwiegend an Angehörige der Mittelschicht. Die Fachwelt bestätigt, dass ein Präventionsgesetz längst überfällig ist. Das bundesdeutsche Gesundheitssystem ist durch eine starke akutmedizinische Ausrichtung geprägt.

70-80% der Krankheits- und Sterbefälle sowie der Versorgungskosten sind aber auf einige wenige chronische Erkrankungen zurückzuführen:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Muskel-Skelett-Erkrankungen
Diabetes Mellitus

Diese Erkrankungen führen nicht nur zum vorzeitigen Tod, sondern schränken auch die Lebensqualität von Patienten ein. Durch geeignete Präventionsmassnahmen kann die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Erkrankung gesenkt werden.

Eine nichtmedikamentöse ärztliche Prävention ist ENRAC®CMT. Die Methode der nicht-invasiven Schmerztherapie dient auch der Entchronifizierung im Umfang Schmerzbefreiung und Nebenwirkungsbefreiung, die Kernsanierung des chronisch schmerzleidenden Patienten dient der nachfolgenden Entgiftungsphase.

Präventionsformen

Aus der Sicht der EbM sieht Prävention wie folgt aus:

Primäre Prävention
Ziel: Risikominderung für Krankheiten und Risiken, Stärkung von Schutzfaktoren
Maßnahme: Impfung, Gesundheitserziehung, Arbeitsschutz
Zielgruppe: Symptomfreie Menschen

Sekundäre Prävention
Ziel: Verhütung von Chronifizierung, Früherkennung von Krankheiten im Endzustand
Maßnahme: Früherkennungsuntersuchung
Zielgruppe: Risikotragende Menschen

Tertiäre Prävention
Ziel: Verhütung von Folgeschäden und Rezidiven
Maßnahme: Medizinische, berufliche, soziale Rehabilitation
Zielgruppe: Kranke Menschen ab Remission in Akutphase oder nach Akutphase

Mit dem Wissen von ENRAC CMT über die Entwicklungsphasen von Chronifizierung lässt es sich nicht verantworten, die Verhütung der Chronifizierung der Sekundärprävention zuzuordnen. Zudem sind Früherkennungsuntersuchungen auf die Erkennung von Krankheiten in Endstadien ausgerichtet. Früherkennungsuntersuchungen für Chronifizierung gibt es überhaupt nicht in D. Dieses Nachschlagewerk liefert den roten Faden für die

Erkenntnis:

Primärprävention ist Chronifizierungsprävention

Präventionsgesetz

Gesetz über eine Primärprävention. Primärprävention besteht aus der nichtmedizinischen und der medizinischen Primärprävention. Vorrangiges Ziel eines Präventionsgesetzes ist, die sozial-, geschlechts- und migrationsbedingte Ungleichheit der Gesundheitschancen zu verringern.

Die Bundesregierung verletzt mit ihrer ziellosen Gesundheitspolitik die Grundsätze der Werte des Grundgesetzes:

Soll: Recht auf Arbeit vs. Ist: Verletzung der Ethik

•  3 Mio. Bundesbürger erhalten seit Jahren kein Stellenangebot für eine Erwerbstätigkeit
  
Folge: Die Steuerzahler zahlen den Lebensunterhalt

•  7,4 Mio. Bundesbürger sind überschuldet, 80% sind erkrankt
  
Folge: Die Steuerzahler zahlen die Krankheitskosten

•  8 Mio. Bundesbürger haben eine Erwerbstätigkeit, die mangels Existenzsicherung ethisch nicht verantwortbar ist, davon 0,479 Mio. in Vollbeschäftigung
  
Folge: Die Steuerzahler zahlen die Differenz zum Existenzminimum

•  40 Mio. Bundesbürger mit Übergewicht haben Existenzangst, die ihnen den Schlaf raubt und dadurch den Fettstoffwechsel blockiert
  
Folge: Die Steuerzahler zahlen die Krankheitskosten

Erkenntnis: Der Dauerstressfaktor der Hälfte der Bundesbürger ist Existenzangst

Soll: Recht auf Gesundheit vs. Ist: Verletzung der Menschenwürde

•  1,8 Mio. Bundesbürger werden in einem Jahrzehnt mit einem Schwere-Chroniker-Stempel gemarkt und in die Frühberentung entlassen
  
Folge: Die Steuerzahler zahlen die Rente

• 1,9 Mio. Bundesbürger sind medikamentensüchtig
  
Folge: Die Steuerzahler zahlen die Krankheitskosten

• 2,6 Mio. Kinder leben unter der Armutsgrenze
  
Folge: Die Steuerzahler zahlen die Krankheitskosten über den Lebenszyklus

• 35 Mio. Bundesbürger haben eine chronische Störung
  
Folge: Die Steuerzahler zahlen die Krankheitskosten

• 40 Mio. Bundesbürger mit Übergewicht werden die Chroniker von 2012 sein und die Depressiven von 2020
  
Folge: Die Steuerzahler werden 2020 die Krankheitskosten nicht mehr zahlen können

Der Dauerstressfaktor Existenzangst führt unmittelbar und auf direktem Weg zur Chronifizierung, s. Schmerz-Klassifikation. Für fast 50% der Bundesbürger ist die Lebensqualität bereits mangelhaft. Es sind die sozial Benachteiligten, um die sich die Bundesregierung nicht kümmert. Der Staat schert sich seit vielen Legislaturperioden nicht um die rasant ansteigende Existenzangst und Chronifizierung seiner Bundesbürger. Die Bundesregierung handelt nicht verantwortungsvoll hinsichtlich der oft zitierten Ethik.

Chronifizierte werden in unserer Gesellschaft nicht ernst genommen, von keiner gesellschaftlichen Institution, alle Institutionen versagen. Den Betroffenen werden damit systematisch die Menschenwürde und die materiellen Rechte genommen. Die Situation der Chronifizierten in D steht im Widerspruch zu Art. 2 Abs. 2 GG, dem Recht auf Leben und Gesundheit: „Umweltpatienten …es ist die perfideste Form von Genozid, Betroffene, die sich selbst nicht wehren können, sich selbst zu übrlassen“ [Mangold & Klein 1957]. Diese gesellschaftliche Unordnung liegt ausschliesslich in der Verantwortlichkeit des BMG und der Parlamentarier.

Erkenntnis:

Die Bundesregierung verletzt mit ihrer Gesundheitspolitik die Grundsätze von Menschenwürde und Ethik auf eine perfide Weise. Im Gesundheitssystem fehlen messbare Ziele für die Erhaltung der Lebensqualität des Bürgers über seinen Lebenszyklus, ethische Werte für Akteure, sowie Verhältnismässigkeit bei der Mittelverwendung.

Präventionsgesetz – Selbstverpflichtung des 16. Bundestags

Es sind die Denker, die Europa ein Gesicht geben, seit 2.500 Jahren. Was denken die Parlamentarier der Legislaturperiode 2005-2009, nachdem sie seit Jahren über alle Aspekte von Existenzangst und Chronifizierung von 50% der Bundesbürger diskutieren?

Alle 38 medizinischen Verbände des ‚Bündnis 2000″ unterzeichneten die Resolution zum Bündnistag 2004: „1. Stabile Finanzierungsgrundlage… 2. Dauerhafte Rationalisierung… 3. Prävention muss zu einer eigenen Säule in der Gesundheitsversorgung ausgebaut werden. Prävention beugt Krankheiten vor und kann Pflegebedürftigkeit verhindern; sie verhilft damit gerade in einer Gesellschaft des langen Lebens vielen Menschen im Alter zu höherer Lebensqualität…“ [Bündnistag 24.03.04]

In der Koalitionsvereinbarung 2005 haben CDU/CSU und SPD daraufhin die Verabschiedung des Präventionsgesetzes vereinbart. Die Koalitionspartner sind sich einig, dass die Ärzte durchaus eine große Rolle bei dem Vorhaben haben sollen. Auch einig sind sie sich, dass die wenigen chronischen Erkrankungen, die 70-80% der Versorgungskosten ausmachen, zurückzuführen sind:

• Herz-Kreislauf-Erkrankungen
• Muskel-Skelett-Erkrankungen
• Diabetes Mellitus

Die Bundesregierung hat die Schuldigen für die Kostenexpansion auch schon festgelegt: Die Übergewichtigen 40 Millionen Bundesbürger. Fast die Hälfte der Parlamentarier hingegen weiss, dass die Bundesregierung die Schuldige ist aufgrund ihrer unethischen Politik, die die christlichen Werte missachtet.

Das BMG ist am im Feb. 2008 genauso weit wie vor zwei Jahren nach dem Kabinettbeschluss: „Es kommt darauf an, daß sich die Sozialversicherungsträger auf gemeinsame Ziele einigen“. Nachdem die Koalitionspartner den langjährigen Flickenteppich von Einzelmassnahmen der Sozialversicherungsträger mangels strategischer Führungsfähigkeiten nicht zielführend steuern können, drängen Fraktionen durch Anträge im Bundestag.

Die Linken, Antrag 12.12.07: Einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit hat die soziale Lage. Nur eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik vermag es, sichere, anregende, befriedigende und angenehme Arbeits- und Lebensbedingungen herzustellen und Wohlbefinden umfassend zu fördern. Es sind die gesellschaftlichen Verhältnisse, die verändert werden müssen, um die zentralen Ursachen gesundheitlicher Ungleichheit beseitigen zu können.

Ein wichtiger Bestandteil einer gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik ist ein vorausschauendes Gesundheitssystem, was bislang zu einseitig auf Akutmedizin ausgerichtet ist. Chronische Krankheiten und ihre Entstehungsmechanismen werden viel zu wenig bekämpft. Die Stärkung der Prävention ist daher dringend erforderlich, um dieser Entwicklung entgegenwirken zu können. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist, dass Gesundheitsförderung und Prävention so früh wie möglich ansetzen.

Gesundheitsförderung und Prävention sind zur ersten Säule der Gesundheitssicherung auszubauen und der Kuration, Rehabilitation und Pflege voranzustellen. Alle Präventionsmaßnahmen sind an bundeseinheitlichen Präventionszielen auszurichten und für alle an der Prävention Beteiligten verbindlich. Die Verursacherindustrie sollte eine zweckgebundene Abgabe leisten.

Die Grünen, Antrag 27.11.07: Im Präventionsgesetz soll nur die nichtmedizinische Prävention beschlossen werden. Es soll die Verhältnisprävention, insbesondere nach dem Setting-Ansatz, sowie die Verhaltensprävention, insbesondere in den Lebenswelten, verankert werden. Maßnahmen zur Erlernung von gesunder Ernährung, Bewegung und psychischer Gesundheit sollten besonders berücksichtigt werden. Als Instrument soll die Kampagne als umfassender Interventionstyp im Gesetz festgeschrieben werden.

Die nichtmedizinische Primärintervention soll die Gesundheit der sozial Schwachen und die Schaffung von gesundheitsfördernden Lebenswelten schaffen, und zwar durch Werbekampagnen und Lernangebote für 500 Mill. Euro/Jahr plus 10%/a.

Die Primärprävention kann den vom BMG verlangten Beitrag zur Verringerung sozial bedingter gesundheitlicher Ungleichheit kaum leisten:

• Neben- und Gegeneinander der Akteure der Gremien Primärprävention: Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V., Gesundheitsziele.de, Kooperationsverbund Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten.

• Deren Ziel müsse sein, eine abgestimmte Strategie zu entwickeln. Die Eigeninteressen der Träger würden eine Zielsetzung verhindern.

• Einzelstrategien seien bereits im SGB verhaftet.

• Strukturen für eine einheitliche Präventionspolitik seien mangelhaft.

Evaluation der Anträge aus der Perspektive Chronifizierungsgrad 50%:

Beide Anträge haben zielführende Anteile für das über alle Bundesministerien vorrangige gesundheitspolitische Ziel: Reduzierung der Chronifizierung. Die Schaffung einer gesundheitsfördernden Lebenswelt ist zu allererst die Wiederherstellung der gesundheitsfördernden Lebenswelt eines jeden Individuums. Nichtmedizinische und medizinische Primärprävention müssen einen gemeinsamen Nenner haben:

Primärprävention ist Chronfizierungsprävention.

Nur ein Bürger ohne Chronifizierung nimmt gerne an der sozialen Gemeinschaft teil. Das ist die durchgängige Erkenntnisse in der Literatur. Das ist das fahrlässig vernachlässigte Argument in der bisherigen parlamentarischen Diskussion um das Präventionsgesetz. Der Begriff Primärprävention muss für die Lenkung der Aufmerksamkeit auf das vorrangige Ziel verwendet werden.

Die Gremien Primärprävention können den verlangten Beitrag zur Verringerung sozial bedingter gesundheitlicher Ungleichheit leisten:

Wer Chronifizierung als Problemtreiber erkennt und eine Problemlösung will, der schlägt einen gemeinsamen Nenner vor sowie den eigenen Träger-Anteil, der über dem Strich stehen sollte:

Konkrete, messbare Massnahmen (Träger 1 . . . Träger n)
——————————————————————————————-
Zielgerichtete Massnahmen zur Verringerung der Chronifizierung

Die Gremien entwickeln nicht nur eine nationale Präventionsstrategie für das messbare Präventionsziel, sondern definieren je Träger konkrete zielgerichtete Massnahmen für qualitätsgesicherte Präventionsschwerpunkte für jeden Bürger, attraktiv insbesondere für sozial schwache. Die mangelhaften Strukturen für eine einheitliche Präventionspolitik werden durch die nutzenbringende Zusammenarbeit mit flächendeckenden Strukturen von erfolgreichen Chronifizierungsreduzierern erreicht.

Erreichbar: Ein messbares Ziel, eine Kampagne, viele Träger, konkrete Massnahmen je Träger im Rahmen der anteiligen Verantwortung für die Zielerreichung.

Am 04.12.07 wird der Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und gesundheitlicher Prävention sowie zur Änderung anderer Gesetze vom 4. Dezember 2007 veröffentlicht. Die Selbsthilfegruppen geben eine Stellungnahme ab. Wieder einmal liefern die Parlamentarier nur ein chronifiziertes Stückwerk ohne gesundheitspolitisches Ziel und Durchsetzungskraft.

Der Bund hat lediglich einen Plan für Werbekampagnen zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht vorgelegt. Solange aber die gesetzliche Pflicht für gesetzliche und private Krankenversicherungen fehlt, werden diese auch nicht in Vorsorge investieren, schon gar nicht konkrete Vorsorge-Massnahmen, welche bei sozial Schwachen auch wirklich ankommt.

Am 23.02.08 hat die Private Krankenversicherung PKV dem BMG vorgeschlagen, sich durch eine kleine Werbekampagne vom Gesetzesvorhaben freizukaufen. Die Dreistigkeit und Verachtung der Menschenwürde in der Gesundheitspolitik macht vor keinem Akteur halt. Wie kann sich eine Krankenversicherung von der Prävention für Chronifizierung freikaufen wollen? Wohl wissend, dass 2020 jede 2. Krankheit durch Depressionen verursacht werden [WHO 2006].

Am 07.03.08 hat die Koalition das Präventionsgesetz stillschweigend in Frankfurt beerdigt, wie Zeitungen urteilten. Die CDU/CSU-Fraktion hat unter dem Vorwand die Zustimmung im Bundestag verweigert, dass die Kassen die Zustimmung verweigern. Ethisches Handeln der Parlamentarier sollte politische Rahmenbedingungen setzen. Aber die lobbyistischen Interessen der Funktionäre der Selbstverwaltungsorgane sind gewichtiger. Deutschland ist damit die letzte Industrienation ohne Gesundheits-Vorsorge, die zukunftssichernde (vierte) Säule im Gesundheitsheitssystem.

08.07.08 Auf der Konferenz Gesundheitswirtschaft bekunden erstmals einige Kassen ein Interesse an einem Präventionsgesetz.

Präventivmedizin

Vorbeugende Medizin, meistens angewendet von Chiropraktiker, Ernährungsberater, Heilpraktiker und Gesundheitsexperten in der klinischen Praxis.

Private Gesundheitsausgaben

In 2007 hat jeder Bundesbürger durchschnittlich 900 Euro zusätzlich zur Krankenversicherung ausgegeben. Zu Nahrungsergänzung gehören Vitamine, Fitnissstudio, probiotischen Joghurt. Zusammen mit Vorsorgeuntersuchungen betragen die Ausgaben 60 Mrd. Euro. Die Tendenz sind steigende Ausgaben für die Gesundheit [Berger 2008].

Private Krankenversicherung PKV

Die privaten Krankenversicherungen für die Reichen in D. Ein Reicher ist laut Definition im Armen- und Reichenreport der Bundesregierung vom Mai 2008 ein Erwerbstätiger mit einem Monatsnettoeinkommen von >3.400,- EUR/Monat. Die Parlamentarier haben die Einstiegshürde von der Gesetzlichen Krankenversicherung GKV in die Private Krankenversicherung PKV für 2008 hochgelegt: Nur wer drei Monate hintereinander 4.000 EUR/Monat verdient, darf in die PKV wechseln. Entsprechend niedrig war der Zuwachs an Neukunden mit 0,7% gegenüber 2006, das sind 116.000. Insgesamt waren 2007 8,5 Mio. Menschen voll privat krankenversichert.

Progressive Muskelentspannung PMR

Einfach zu erlernende Muskeltrainings- und Entspannungsmethode als kontrolliertes Wechselspiel von Anspannung und Entspannung von Muskeln. Sie ist auch als progressive Muskelrelaxation PMR nach Edmund Jacobsen bekannt. Nacheinander werden bestimmte Muskelpartien solange wie gewünscht angespannt und losgelassen. Die Aufmerksamkeit wird auf das kontrollierbare Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung gelegt. Ziel ist die Tiefenentspannung des ganzen Körpers durch Senkung der Muskelpannung. Sie wird begleitend angewendet bei Schlafstörung, muskuläre Verspannung, chronische Schmerzen, Migräne, Kopfschmerzen, Depression, Angst, Stress, Bluthochdruck, u.a. PMR ist ein erster Schritt zur Selbstkompetenz, weil jederzeit und in jeder Position Körperwahrnehmung und Muskelstärkung erfolgen kann. Krankenkassen bieten Kurse im Rahmen der Gesundheitsvorsorge an.

Prophylaxe

Seit dem 18. Jahrhundert wird in der Medizin der Begriff Prophylaxe als Vorgängerbegriff von Prävention benutzt. Den Begriff Prävention prägte die WHO in der Ottawa-Charta von 1986. In der EbM gilt heutzutage z.B. die Impfung als eine erfolgreiche Massnahme der Prophylaxe, allerdings werden deren Nebenwirkungen nicht untersucht und in die Kosten-Nutzen-Bewertung nicht einbezogen.

Psychische Gesundheit

Definition WHO: „Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv und fruchtbar arbeiten kann und imstande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen.“ Die verbreitetsten psychischen Störungen in der EU sind Angst und Depression. Die WHO rechnet damit, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen in den Industriestaaten die zweithäufigste Ursache von Erkrankungen sein werden.

Schmerzlexikon
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