Schmerzlexikon L

Research study sponsored by ENRAC

Labor-Untersuchung

Eine laboratoriumsmedizinische Leistung. Vorsorge- und Wunschleistungen dürfen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse nicht erbracht werden. Bestimmte Laborleistungen zur Früherkennung zahlt die GKV. Der Rest dient Risikoeinschätzung, Früherkennung, Gesundheitsvorsorge, Nachweis einer Belastung, Nachweis einer Erkrankung, die Preisangabe dient der Orientierung:

· Amalgambelastung; Quecksilber 39,-
· Antioxidantien Vitamin A, C, E, Selen 67,-
· Atherosklerose- und Infarktrisiko 78,-
· Bakteriologische Untersuchung der Darmflora 99,-
· Blutfettstatus
· Blutgruppenbestimmungen 28,-
· Check-up mit Stoffwechseluntersuchung 98,-
· Darmkrebsrisiko 37,-
· Drogen- oder Alkoholkonsum 40,-
· Früherkennung von Prostatatumoren 54,-
· Gebärmutterkrebs 42,-
· Gennachweis mit Risikoabschätzung 397,-
· HIV-Test 14,-
· Hormonstatus und Haarausfall 117,-, Männer 61,-
· Immunitätsstatus vor Schwangerschaft 39,-
· Immunologischer Status: Leistungs- Abwehrschwäche 298,-
· Impfschutz-Beratung vor Auslandsreisen 55,-
· Nachweis sexuell übertragbarer Krankheiten 103,-
· Osteoporoserisiko 98,-
· Nachweis Helicobacter Pylori 45,-
· Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Allergien
· Schilddrüsenvorsorge: Bestimmung der Schilddrüsenhormone
· Thromboserisiko 145,-
· Morbus Down in der Frühschwangerschaft 35,-
· Umweltmedizinische Untersuchung, diverse
· Screening: Bestimmung von Tumormarkern 61,-
· Spurenelemente Zink, Selen, Magnesium, Eisen, Kupfer 49,-
· Toxische Belastung: Cadmium, Blei, Quecksilber 58,-

Lebensbewältigungshilfe

Jede Dienstleistung, die gegenüber anderen Personen erbracht wird mit dem Ziel der Verbesserung „der seelischen Befindlichkeit oder der geistig-seelischen Fähigkeiten oder des Verhaltens“. Ausgeschlossen sind Angehörige des ärztlichen Berufs, des Berufs des Psychotherapeuten oder des Heilpraktikerberufs. Damit ist sind die Zielgruppen die Mitglieder des BDVT e.V. und alle freien Trainer. Betroffen sind Therapie- und Seminarangebote wie Yoga, Shiatsu, Atemtherapie, Tai Ji, NLP, Familienaufstellungen.

‚Gewerbliche Lebensberatung‘ war ein Kampfbegriff des GKV-Systems der 1990er Jahre, um die Therapie- und Seminarangebote ohne Erstattungsfähigkeit vom Markt zu verdrängen. Nach mehreren Anläufen verabschiedete der Bundesrat im Dez. 1997 den Entwurf zum Lebensbewältigungshilfegesetz LBHG, welcher es als reines Verbraucherschutzgesetz sah. Unabhängige Beobachter sahen im Gesetzentwurf eine Diskriminierung der ausserhalb institutioneller Gesundheitsbetreuung und traditioneller Kirchenseelsorge angesiedelten freien Leistungserbringer. Ein besondere Art der Vertragsabsicherung zugunsten des Klienten forderte vom Leistungserbringer detaillierte Angaben zu Risiken und Nebenwirkungen seiner Therapiemethode. Da für traditionelle Methoden keine wissenschaftlichen Studien vorliegen und der Klient beliebige Folgeschäden hätte vortragen können, wären widersinnige Schadenersatzforderungen möglich geworden. Der Entwurf scheiterte 1998 im Bundestag.

Ganz überraschend brachte Bayern den LBHG-Entwurf 2003 unverändert erneut in Bundesrat, der aber von allen Ländern ausser Bayern und Hamburg in 2004 abgelehnt wurde. Die Kirche und andere bürgerlich Wertkonservative konnten sich politisch erneut nicht durchsetzen. Hamburg hat danach einen abgeschwächten Entwurf als „Gesetz zur Regelung der Rechtsbeziehungen zwischen Anbieterinnen und Anbietern und Hilfesuchenden auf dem Gebiet der gewerblichen Lebensbewältigungshilfe“ vorgelegt. Der Gesetzentwurf erhielt Stellungnahmen und am 19.12.97 vom Bundesrat verabschiedet. Bis Mai 2008 hat der Bundestag den Gesetzentwurf nicht verabschiedet.

Inzwischen entstanden boomende Marktsegmente angeheizt durch die Förderung der Ich-AG: Komplementäre Gesundheit, ganzheitliche Wellness und alternative Lebensberatung. Wie bei allem im Leben, so birgt auch die Spiritualität Chancen und Risiken. Sie hat sowohl reaktionäre und lebensfeindliche als auch schöpferische und entwicklungsfördernde Potentiale. Spiritualität ist die Entwicklungsmöglichkeit unserer chronifizierten Gesellschaft und unabdingbar für eine ganzheitliche Gesundheit. Nur eine lebendige Kultur dient dem Menschen bei seiner ewigen Suche nach seinen spirituellen Wurzeln.

Lebensqualität

Definition Dickl 1990: Lebensqualität ist die bestmögliche Lebensentfaltung eines Menschen in der ihm auferlegten Begrenztheit.

Definition Europäische Kommission [ec.europa.eu/health/]: Bürger Europas erleben Lebensqualität, wenn sie – im Sinne der Menschenrechtsdeklaration der UNO – ihre Menschenwürde bewusst erleben auf der Grundlage von Gesundheit und Wohlbefinden, Selbstachtung und Selbstbestimmung, Sozialer Integration in Lebens und Arbeitsgemeinschaften, Freiheit, Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, Frieden, Gerechtigkeit und Sinnerfüllung sowie ihre Pflicht zur Achtung der Menschenrechte und Menschenwürde anderer Menschen bewusst anerkennen.

Zur Lebensqualität im Sinne der Menschenrechtsdeklaration der UNO und der Gesundheitsdefinition der WHO gehört ein körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden. Ein wesentliches Merkmal psychischer Gesundheit ist, die persönliche Menschenwürde, Wohlbefinden und Lebensqualität

•  bewusst wahrnehmen, erleben, verstehen zu können, sowie
•  durch selbstbestimmte Zielsetzungen motiviert, bewusst und gezielt fördern zu können

Alle Modelle für Lebensqualität basieren auf vier Kategorieren für Wohlbefinden:

•  Körperlich: Funktionale Fähigkeit, Gesundheit, Kraft, Erschöpfung, Ruhe, Schlaf, Sexualität

•  Seelisch: Kontrolle, Aufmerksamkeit, Entspannung, Angst, Therapiebelastung. Depression

•  Sozial: Arbeit, Rolle und Beziehung, Familienbelastung, Erscheinungsbild, Freude, Finanzen, Isolation

•  Spirituell: Innere Stärke, Glaube, Unsicherheit, Hoffnung, Transzendenz, Einstellung zu Krankheit

Von allen Aspekten, die das Wohlbefinden des Menschen mitbestimmen, betrachtet Morbidität lediglich 5% der Gesamtheit: Funktionale Fähigkeit und den Teil der körperlichen Gesundheit, den Teil, den EbM als Wissen anwendet. Die Hauptaspekte wie Grad der Chronifizierung sowie der Status im Lebenszyklus werden bei Morbidität gar nicht einbezogen. Morbidität ist also kein Masstab für die Lebensqualität des Menschen über seinen Lebenszyklus.

Leitlinie

Die Zusammenfassung der ärztlichen Erfahrung und das zur Verfügung stehende Wissen nach den Regeln der EBM. Im hausärztlichen Niedrigprävalenzbereich wird seit 2003 die Leitlinie der decam.de beachtet, insbesondere um bei der Diagnostik nicht etwas Ernstes zu übersehen.

Leitlinien sind systematisch entwickelte Empfehlungen für Ärzte über die angemessene Vorgehensweise in Diagnostik und Therapie bei speziellen Erkrankungen zur Wahrung von Qualitätsstandards in der medizinischen Versorgung. Sie sind keine verbindlichen Rechtsnormen, sondern Orientierungshilfen im Sinne von Handlungs- und Entscheidungskorridoren, von denen im begründeten Einzelfall abgewichen werden kann oder muss.

Die Mängel des schulmedizinischen Systems sind vielfältig. Sie ziehen sich als roter Faden über die gesamte Kette des von der evidenzbasierten Medizin akribisch gepflegten Mythos ‚Evidenz‘:

RCT Studie -> Evidenz -> Positivliste -> Leitlinie -> Ärztliches Werbematerial.

Die Bewertung der Mängel erfolgt in der Bilanz zum Gesundheitssystem. Bereits die erste Stufe Studie liefert eine statistische Signifikanz <50%. Jede weiter Stufe bringt zusätzliche Fehler ein, s. IQWiG. Im Endergebnis kann die EbM bei Schmerz- und chronischen Erkrankungen aber weder heilen noch vorbeugen, sie kann keine Wiederherstellung der Gesundheit leisten. Stattdessen schädigt sie den menschlichen Organismus durch Pharamakotherapien und Chemotherapien. Das führt zur chemischen Sensibilisierung und zwangsläufig zu Chronifizierung.

Erkenntnis:

Die EbM täuscht mit den Leitlinien eine Qualität in der medizinischen Versorgung vor, die sie unter keiner Perspektive leistet, nicht aus der medizinischen, der wirtschaftlichen noch der Patienten-Perspektive. Evidenz ist der von den Schulmedizinern gepflegte Mythos.

Lethargie

Eine Bewusstseinsstörung verbunden mit Schläfrigkeit und Reizbarkeit, die sich als Teilnahmslosigkeit und Unfähigkeit zu Veränderungen auswirkt.

Literaturrecherche

Ärzte nutzen für ihre evidenzbasierte Bewertung Literaturrecherchen bei

· Cochrane Collaboration CC, England
Eine gemeinnützige Organisation zur Bereitstellung von Information und Evidenz zur Unterstützung medizinischer Entscheidungen. Das umfasst hauptsächlich systematische Übersichtsarbeiten, engl. systematic reviews. Die Cochrane Collaboration wurde 1993 gegründet und nach dem britischen Epidemiologen benannt.

· Universitäten in York oder Oxford, England

· British Medical Journal Verlag, England

· McMaster University, Kanada

Seit 2008 bietet Elsevier, einer der weltgrössten Verleger für medizinische Literatur, über seinen Pharmabereich kostenfreien Zugang zu Originalpublikation in deutscher Sprache an:

·  Elsevier Datenbank über klinischen Studien in Epidemiologie,
    Infektiologie, Okologie, Pulmologie, Rheumatologie.

Lobbyismus

Die Einbindung von Fachkreisen und Verbänden in das politische Geschehen. Nach Auffassung der Bundesregierung ist Lobbyismus eine unverzichtbare Voraussetzung der parlamentarischen Demokratie. Alle Vereine und Verbänd werden regelmässig in der Lobbyliste aktualisiert. Eine der umstrittenensten Absprachen ist die Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller VfA: Zur Abwendung eines unbequemen Gesetzesvorhabens zahlte der Verband  400 Mio. DM an die Krankenversicherung.

„Die Tätigkeit professioneller Lobbyisten – beim Deutschen Bundestag sind gegenwärtig über 1900 Verbände, die Interessen gegenüber dem Parlament oder gegenüber der Bundesregierung vertreten, offiziell registriert – ist aber nicht nur legitim“ [Papier 2006]. …manche jener in den letzten Jahren unter Beteiligung verschiedener Interessenvertreter ins Leben gerufenen Gremien sollten weniger der informatorischen Ermittlung von Entscheidungsgrundlagen dienen, als vielmehr der maßgeblichen Vorstrukturierung, wenn nicht gar Vorentscheidung der ihnen aufgegebenen Fragen. Damit gewinnt aber ein sehr selektiv bestimmter Kreis einen überproportionalen und in seiner Legitimität fragwürdigen Einfluss auf Entscheidungen und politische Weichenstellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung.

Entsprechend der Einstellung der Bundesregierung zu Lobbyismus können die Parlamentarier die erforderliche persönliche Autonomie nicht mehr leben. Seit Jahrzehnten regieren Machtwort- und Basta-Kanzler. Charakterbildung und Denkansätze werden im Ansatz unterdrückt. In verschiedenen Artikeln wird zum Ausdruck gebracht: Lobbyismus ist zur Schwerkrankheit der deutschen Demokratie geworden.

Lobbyliste

Die Lobbyliste des Deutschen Bundestages mit Stand April 2008 umfasst 2038 Vereine und Verbände. Ein Verband kann eine Vielzahl von Organisationen und Unternehmen politisch vertreten. Ein Verein vertritt normalerweise seine Mitglieder auf politischer Ebene. Zum Stichwort Schmerz gibt es die Einträge:

779  Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.
61440 Oberursel, http://www.dgschmerztherapie.de , 4.500 Mitglieder
Die DGS e.V. setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 1984 für ein besseres Verständnis, für bessere Diagnostik und Therapie des chronischen Schmerzes ein

792  Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)
56154 Boppard, http://www.dgss.org, 2.955 Mitglieder
Die DGSS ist die größte wissenschaftliche Schmerzgesellschaft in Europa und ist als gemeinnützige Organisation anerkannt. Ihre Hauptziele sind die Förderung der Schmerzforschung in Deutschland und die Verbesserung der schmerztherapeutischen Versorgung

821  Deutsche Schmerzliga e.V.
61440 Oberursel, http://www.schmerzliga.de, 5.200 Mitglieder
Die DSL, gegründet im Jahr 1990, ist die Patientenorganisation für chronisch Schmerzkranke

1346  Institut für Qualitätssicherung in Schmerztherapie und Palliativmedizin e.V.
61440 Oberursel, Post 90489 Nürnberg, http://www.iquisp.de
Erarbeitung und Durchsetzung von allgemein anerkannten, einheitlichen, verbindlichen und wissenschaftlich abgesicherten Qualitätsrichtlinien für die schmerztherapeutische und palliativmedizinische Versorgung

1512  QuAN, Qualifizierte Algesiologen in Niedersachsen
30167 Hannover, http://www.Schmerz-hannover.de
Der Verein fördert dien interdisziplinäre algesiologische Kooperation in Niedersachsen und vor allem den Austausch zwischen Algesiologen nach der sogenannten Schmerztherapievereinbarung zwischen VdAk und KBV einerseits sowie den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen

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