Schmerzlexikon I-J

Research study sponsored by ENRAC

Indikation

Grund für die Auswahl einer medizinischen Massnahme. Für die Auswahl einer Therapiemethode benutzt die EbM die Logik: Bei Krankheitsbild A sind die Therapiemethoden A1…An, die sogenannten Interventionen, angebracht. Die Indikation folgt dem Abwägen, ob bei der diagnostizierten Krankheit der Einsatz einer bestimmten medizinischen Maßnahme angebracht ist. Der Begriff Indikation betrachtet ausschliesslich die medizinische Perspektive der EbM beim ärztlichen Abwägungsprozess. Die sozialen, verwaltungsrechtlichen und finanziellen Perspektiven sowie die Patienteninteressen sind nicht Gegenstand der Indikation.

Im klinischen Sprachgebrauch werden Abstufungen benutzt. Das Attribut vor dem Wort Indikation begründet, warum ein Arzt aufgrund seines Abwägungsprozesses im vorliegenden Fall eine bestimmte Massnahme auswählt:

Diagnosebezogene Indikation: Krankheitsbild, bei der eine Massnahme aufgrund einer einzelnen Diagnose zum Krankheitsbild angezeigt ist
Beispiel: Ein chronischer Schmerz wird nach sechs Monaten mangels diagnostizierbarer Krankheit zur selbstständigen Krankheit erklärt, die Behandlung lindert das Symptom Schmerz, beeinflusst aber die Schmerzursache nicht.
Beispiel: Vitamin-Injektion verbessert das Symptom Leistungsabfall, beeinflusst aber den Verlauf der Grundkrankheit nicht

Symptombezogene Indikation: Krankheitsbild, bei der eine Massnahme aufgrund eines Symptoms des Krankheitsbildes angezeigt ist
Beispiel: Das Symptom Schmerz beeinträchtigt die Lebensqualität, die Behandlung hat keinen Einfluß auf die primäre Indikation: die Krankheit und deren Verlauf

Ursächliche Indikation: Krankheitsbild, bei der eine Massnahme aufgrund der Ursache angezeigt ist
Beispiel: Abszess behandeln, weil Ursache der Blutvergiftung

Kontraindikation: Krankheitsbild, bei dem eine Massnahme nicht angezeigt ist, weil sie für den Patienten nachteilig sein kann

Keine Indikation: Krankheitsbild, bei dem eine Massnahme nicht angezeigt ist, weil sie für den Patienten nicht vorteilhaft ist

Relative Indikation: Krankheitsbild, bei dem eine Massnahme für den Patienten vorteilhaft, aber nicht zwingend notwendig ist

Absolute Indikation: Krankheitsbild, bei dem eine Massnahmen die Gesundheitsreduktion minimiert

Vitale Indikation: Krankheitsbild, das lebensbedrohlich ist

Notfallindikation: Krankheitsbild, das lebensbedrohlich und akut ist

Innovative Arzneimittel

Ein Arzneimittel, das die Bewertung ‚Innovation‘ gemessen am Grad der Wiederherstellung der Gesundheit eines Patienten verdient. Eine Innovation muss den internationalen Stand der Wissenschaft verbessern und einen signifikanten Beitrag zur Erreichung einer zielgerichteten Gesundheitspolitik bieten können. Die Bewertung ‚Innovation‘ muss im Nutzen-Kosten-Verhältnis für den Patienten, die Patientengruppe und die Gesamtbevölkerung bewertet werden.

Im deutschen Gesundheitssystem ist die pragmatische Definition der Pharmakologen Fricke & Klaus aus 2000 anerkannt. Ein innovatives Arzneimittel kann einer von vier Kategorien zugeordnet werden:

  1. Neuartiger Wirkstoff oder neuartiges Wirkprinzip.
  2. Verbesserung pharmakologischer Qualitäten bereits bekannter Wirkprinzipien.
  3. Analogpräparate mit marginalen Unterschieden zu eingeführten Wirkstoffen.
  4. Nicht ausreichend gesichertes Therapieprinzip.

Seit Jahren gibt es in D einen erbitterte ökonomisierten Streit um die NUG-Richtlinie, bestehend aus der Negativliste als Default-Grundzustand und der Positivliste als die (deutsche seeligmachende) evidenzbasierte Wahrheit. Die Positivliste bestimmt nämlich die Erstattungsfähigkeit. Als die streitigen Gruppierungen haben sich herauskristallisiert:

•  BMG [G-BA, IQWiG] und EbM [Ärzte, Forscher]
•  Verband der Arzneimittelhersteller VdA

Das Grundproblem in D ist, dass es an einer wissenschaftlichen Grundlage für die Bewertung von Innovation fehlt. Es mangelt nämlich bereits an der primären Voraussetzung:

Fehlen der jährlichen Aktualisierung des deutschen Stand der Wissenschaft an internationalen, muss im SGB normiert sein

Das wiederum ist politisch gewollt, was das Fehlen einer zielgerichteten Gesundheitspolitik beweist. Wäre eine zielgerichteten Gesundheitspolitik wirksam, dan wäre die Diskussion überflüssig. Desweiteren würden die Streitgruppen erkennen, dass ein innovatives Arzneimittel nur im Zusammenhang mit der vom Arzt verordneten Therapie zu bewerten ist. Niemals darf IQWiG nur das losgelöste Arzneimittel bewerten, auch nicht bei Schmerztabletten und anderen rezeptfreien Arzneimitteln. Ansonsten ist der Niedrig-Dosierungs-Vergiftung des deutschen Volkes Tür und Tor geöffnet.

Die menschenverachtende Gesundheitspolitik zieht sich durch die Massnahmen aller Akteure. Die gesamte Aufmerksamkeit wird auf Pharmakotherapie und Erstattungsfähigkeit gelegt. Selbst die Kassenärztlichen Vereinigungen nennen ihr regelmässige Publikation ‚KV Aktuell Pharmakotherapie‘. Die grundgesetzlich zu leistende Menschenwürde und Patientenorientierung aber erhalten keine Aufmerksamkeit, sie sind fehlerhaft nicht der Masstab für die Bewertung einer Innovation.

Integrative Medizin

Behandlungen der evidenzbasierten Medizin werden durch Behandlungen der naturheilkundlichen Medizin begleitet. Der Marketingbegriff wird oft für die integrative Anwendung in einer Klinik verwendet. Eine wissenschaftliche Integration ist nicht gegeben. Zielgruppe sind primär chronisch schmerzleidende Patienten, die Schmerzlinderung durch eine pharmakofreie Therapie suchen. Zum Selbstzahlerprogramm einer Klinik gehören Ausleitungsverfahren, Autogenes Training, Ayurveda, Blutegelbehandlung, Feldenkraistherapie für Chroniker, Fussreflextherapie, Ganzheiliche Körperarbeit, Heilfasten, Homöopathie, Kneipp-Therapie, Medidation, Neuraltherapie, Phytotherapie, TCM, Yoga, u.a. 

Der populärste Repräsentant einer integrativen Medizin ist der TV-Moderator Prof. Hademar Bankhofer, auch Mister Gesundheit. Als Medizin-Journalist und TV-Experte streifte er Hexenschuss, Heiserkeit, Fettleibigkeit, Ernährung, risikofreie Medizin und in vielen Fernsehtalks das Gesundheitswesen. 1991 wurde ihm der österreichischen Berufsprofessortitel für seine Öffentlichkeitsarbeit verliehen.

Integriertes Hospitz

Ehrenamtliche Einrichtung für Altenpflege, Pflegeheim, Sterbebegleitung und Trauerbegleitung. Die Idee ist die integrierte Betreuung von Senioren, die sich nicht mehr eigenständig versorgen können und keine stationäre Betreuung brauchen. Das Pilotprojekt in D initiierte der Priester Dr. Wolfgang Picken 2001 zusammen mit der Bürgerstiftung Rheinviertel. Der Palliativverantwortliche verantwortet die Koordination der medizinischen Betreuung. Ordensfrauen des Klosters verantworten die pflegerische Betreuung.

Integrierte Versorgung

Der Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung e.V. DGIV  wurde 2003 mit dem Ziel gegründet, die Integrierte Versorgung in der medizinischen, pflegerischen und sozialen Betreuung als Regelfall durchzusetzen. Er wird Konzepten für die Integrierte Versorgung vorantreiben. Im Rahmen der Gesundheitsreform 2006 gibt es viele ungeklärte Fragen hinsichtlich einer Steigerung der Effizienz und Effektivität des Gesundheitswesens. Zu § 140a SGB V werden viele verschiedene Konzepte umgesetzt, nur wenige werden erfolgreich sein. Dessen Anforderungen für Controlling, Netzwerkmanagement und Qualitätsmanagements müssen übergreifend erfüllt werden. Die Anschubfinanzierung bis 31.12.08 für Krankenhäuser und KV erfordert die Steuerung der Finanzmittel. Mangels durchsetzungsorientierter Gesetzgebung besteht die Gefahr mangelhafter Erreichung gesetzlicher Anforderungen.

Intervention

Massnahme zur Veränderung des Verlaufs einer gesundheitlichen Störung oder Krankheit. Dazu gehören medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapien. Auch vorbeugende Massnahmen und diagnostische Untersuchungen werden angewendet, falls eine Verhaltensänderung erwartet werden kann.

Intoxikation

Eine Vergiftung in einer der Formen: angeborene Vergiftung, akute Vergiftung oder chronische Vergiftung. Im Rahmen dieses Schmerzlexikons wird ausschliesslich Aufmerksamkeit auf chronische Vergiftung gelenkt. Eine chronische Vergiftung ist die langdauernder Einwirkung, auch Exposition, eines Giftes.

Die Umweltmedizin hat sich diesem Arbeitsgebiet angenommen, um die Interessen des chronifizierten Patienten durch Diagnostik, Therapie und Gutachten zu vertreten.

Die Arbeitsmedizin hat sich diesem Arbeitsgebiet angenommen, um die Interessen von Arbeitgeber und GKV zu vertreten. Über Vergiftungen aufgrund langfristiger Pharmakotherapien und gesellschaftliche Chronifizierung aber führt sie keine Studien aus, s. Stand der Wissenschaft.

Intoxikationsanalyse

Eine Laboranalyse der Intoxikation eines Menschen. Eine Intoxikation liegt dann vor, wenn mindestens 1 Körpermedium, wie z.B. Blut, Urin, Speichel, Haar, Gewebe, usw. bei einer Laboranalyse über die Norm erhöhte Werte aufweist. Das Googeln zu den Begriffen macht deutlich, dass es in Deutschland kaum Labors mit dem Angebot von Intoxikationsanalysen für niedergelassene Ärzte und chronisch Erkrankte gibt.

IQWiG Institut für Qualität und
Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Bewertet Nutzen und Risiken von bestimmten Interventionen. Dazu gehört das Bewerten von deren Wirtschaftlichkeit. Ausschliessliches Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der Qualität und Effizienz der Gesundheitsversorgung der deutschen Bevölkerung. Das wesentlich enger gefasste, vom IQWiG interpretierte Ziel ist, einen Höchsterstattungsbetrag für eine bestimmte Indikation festzulegen.

IQWiG.de unterstützt den Gemeinsamen Bundesausschuss durch seinen unabhängigen wissenschaftlichen Sachverstand. Das Institut soll die Qualität und Wirksamkeit der Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechend bestimmen.

Das IQWiG wurde am 01.06.04 als Stiftung gegründet. Es untersucht im Auftrag des G-BA, und somit im Auftrag des BMG, den Nutzen medizinischer Leistungen. Finanziert wird es durch Zuschläge für stationäre und ambulante medizinische Leistungen, die überwiegend von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet werden. Seinen Ursprung hat IQWiG im Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der GKV.

Am 18.01.05 hat der G-BA beschlossen, das IQWiG mit der Bewertung von medikamentösen und nicht medikamentösen Therapien zu beauftragen. Dabei wird der Behandlung für den Patienten, den sogenannten patientenrelevanten Endpunkten, besondere Bedeutung beigemessen.

Das IQWiG hat seinen Methodenvorschlag  am 24.01.08 zur öffentlichen Diskussion gestellt. Es erwartet konstruktives Feedback.

IQWiG – Bewertung des Methodenvorschlags

Im Methodenvorschlag hat die Erhöhung der Lebensqualität für jeden der 35 Mio. chronifizierten Bundesbürger keine Bedeutung. Es hat weder für statistische Signifikanz ihres Projekts gesorgt noch vom Bundesminsiterium für Gesundheit das gesundheitspolitische Ziel angefragt. Hinsichtlich dem Chronifizierungsgrad der Bundesbürger von 50% ist diese Versäumnis besonders kritisch: Wenn man das Ziel nicht kennt, ist kein Weg der richtige.

Das am 01.04.07 in Kraft getretene GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz stellt die Anforderung an die Kosten-Nutzen-Bewertungen, dass Ärzte, Wissenschaftler, Unternehmen und Patienten sich an den Bewertung beteiligen. Diese Auflage erfüllt das IQWiG. Allerdings wird die Teilnahme keine Auswirkung auf den Patientennutzen haben. Das IQWiG hat nämlich den Patientennutzen für alle Schmerz– und chronischen Erkrankungen methodisch fehlerhaft aufgesetzt. Es berücksichtigt keine einzige Anforderung an Nachhaltigkeit, wie sie bei der Ganzheitliche Medizin geleistet wird. ENRAC CMT wird deshalb internationale Vergleichstudien zum Patientennutzen bei EbM-Pharmakotherapien vs. ChronicMedizin-Naturheiltherapien einleiten. Interessierte Kliniken sind willkommen.

Gleich mehrere wissenschaftliche Kardinalfehler wurden vom IQWiG eingebaut:

A) Das IRGC 2005 Risk Governance Concept unterscheidet Risikoklassen: Nur einfache Risiken dürfen in Routinen gelöst werden, z.B. in einer Kosten-Nutzen-Analyse. Komplexe Risiken sollen die Risikoausprägung modellieren und Massnahmen zur Risikominimierung definieren. Unsichere Risiken gar müssen nach dem Prinzip der Vorsorge gelöst werden.

Kosten-Nutzen-Analysen dürfen bei chronischen Erkrankungen nicht angewendet werden. Bei chronischen Erkrankungen gilt für alle Pharmakotherapien  ein unsicheres Risiko. Beweis: 2/3 der Patienten der Schulmediziner sterben den Frühtod, s. Todesursache.

Das Ziel bei unsicheren Risiken muss die Umkehrbarkeit von kritischen Entscheidungen sein.

Die EbM hat absolut keine Evidenz für die Chronifizierungs-Ursache, sowie für Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der Pharmakotherapien bei Langzeitpatienten. Sie kann nicht einmal die Vergiftung messen und ignoriert die Chronifizierung der Bundesbürger. Logischerweise kann das IQWiG keine Kosten-Nutzen-Analyse anwenden, vielmehr muss das BMG  das Präventionsgesetz abschliessen. Das Präventationsgesetz ist am gesundheitspolitischen Primärziel zu Chronifizierung auszurichten, dessen Ausgabenfeld 80% der GKV-Kosten ausmacht.

B) Keine Bedeutung zugemessen haben die Sachverständigen, alle Vollblutstatistiker, den für jede statistische Signifikanz dominanten Variablen: Gesundheitspolitisches Ziel, Stakeholder, Kosten-Nutzen-Abschätzung der IQWiG-Analysemethode, Selektionskriterien, Definitionen von Anfangspunkt, Endpunkt, Outcome, Benefit, Stakeholderanteile am Benefit. Die Aussage „Dabei wird der Behandlung für den Patienten, den sogenannten patientenrelevanten Endpunkten, besondere Bedeutung beigemessen.“ stimmt nicht für alle chronisch schmerzleidenden Patienten.

C) Das IQWiG ist nach § 139a Abs. 4 SGB V gesetzlich verpflichtet, die „in den jeweiligen medizinischen Fachkreise anerkannten internationalen Standards der evidenzbasierten Medizin“ anzuwenden. Es ist die Aufgabe des Methodenpapiers, diese internationalen Standards zu identifizieren, um darauf aufbauend die Methoden zu definieren. Wenn ein deutscher Fachkreis keine internationalen Standards anerkannt hat, dann ist das IQWiG berechtigt, beliebige Methoden zu definieren. Oha. [p.6]

Durch dieses Glossar zieht sich wie ein roter Faden, dass für Schmerz- und chronische Erkrankungen der deutsche Stand der Wissenschaft bei den Jahren 1960-1970 stehen geblieben ist. Was aber sind „internationale Standards der Fachkreise“? Fordert das Gesetz lediglich Standards? Wie hat das IQWiG die gesetzliche Forderung umgesetzt?  Welche med. Fachkreise hat das IQWiG konsultiert? Welche Standards wurden identifiziert? Welche Methoden wurden definiert? Aus Sicht der 35 Mio. Schmerz- und chronisch Erkrankten hat diese Frage allerhöchste Bedeutung. Entscheidet doch die Therapie darüber, ob in Zukunft nach wie vor 2/3 der Patienten der Schulmediziner an Frühtod sterben, s. Todesursache. Auch aus der Sicht der GKV ist die Umsetzung entscheidend, weil mehr als 80% GKV-Kosten durch deren Krankheiten verursacht werden.

D) Das Bundesministerium für Gesundheit hat im Jan. 2008 erklärt, dass es am EbM-Konzept und an deren eingeführten Analysemethoden festhalten will. Als Masstab dient derzeit die Evidenz, die Statistik für die Wirksamkeit der Schmerzlinderung zu einem fiktiven Endpunkt. Das ist einer von vielen Fehlern. Als Masstab dient nicht der Mensch, der messbare Gesundheitszustand des Bürgers über seinen Lebenszyklus. Solange die Gesundsheitspolitik das Ziel nicht definiert, solange wird es keine Qualitätsverbesserung durch IQWiG.de geben, nicht einmal eine kleine.

E) Die multimodale Behandlung durch medikamentöse und nichtmedikamentöse Methoden ist essentiell zur erfolgreichen Behandlung von chronischen Störungen. Das IQWiG ist bereits in seinem methodischen Ansatz falsch angelegt: Solange nicht ALLE Einflussfaktoren für eine annähernde ‚Kerngesundung‘ gewichtet werden, so lange ist der Nutzen statistisch nicht signifikant. Die Kosten-Nutzen-Bewertung selbst hat somit keine statistische Signifikanz.

F) Das IQWiG ist sehr bestrebt, nur RCT’s in seine Nutzenbewertung einfliessen zu lassen, um sich auf ‚klinische Wirksamkeit‘ zu berufen. Alle Studien, die diesem ‚Evidenzgrad‘ nicht entsprechen, werden ausgeschlossen. Es werden sogar Studien eigenmächtig ausgeschlossen, die eine Mindestdauer nicht erfüllen. Das führt zum Verlust der wichtigsten Einflussfaktoren für die Behandlung einer bestimmten Krankheit. Das Ergebnis ist der alles andere ausschliessende Fokus auf bestimmte, bevorzugte ‚rationale Pharmakotherapien‘. Die Kosten-Nutzen-Bewertung selbst hat somit keine statistische Signifikanz.

G) Es werden keine Forschungsergebnisse entsprechend dem aktuellen Stand der Wissenschaft einbezogen. Epidemiologische Daten und Forschungsergebnisse entsprechen nicht dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse, oft sind sie schon seit über einem Jahrzehnt veraltet. „Viele Theorien und Erkenntnisse haben die letzten 10 Jahre nicht überlebt“ [Madler et al 2005]. Die Kosten-Nutzen-Bewertung selbst hat somit keine statistische Signifikanz.

H) Mit der Forderung nach RCT’s gründet das IQWiG zudem auf eine EbM-Evidenz, die in über 50% der Studien als falsch entlarvt wurde. D.h., eine von IQWiG als evizient eingestufte Pharmakotherapie ist mit der Wahrscheinlichkeit von >50% falsch. Die Kosten-Nutzen-Bewertung selbst hat somit keine statistische Signifikanz.

I) Die Sachverständigen haben kein Wissen um die Ursachen und die Vorläufererkrankungen einer bestimmten Krankheiten, was für die Behandlung  von chronisch schmerzleidenden Patienten erforderlich ist. Sie kümmern sich auch nicht um ergänzende Behandlungen, die für die Kerngesundung erforderlich sind. Das IQWiG soll den Nutzen oder das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Intervention bewerten. Der Nutzen einer Intervention für eine Krankheit soll sich auf eine bestimmte Intervention beziehen. IQWiG aber legt eigenwillig unscharfe Interventionsbereiche fest. Das Defizit vertuschen sie dann mit nur-klinischer Sicht, unscharfen Definitionen und durchgängiger Intransparenz in den Berichtsplänen.

J) Bei der Mehrzahl aller Interventionen, nämlich denen für chronisch schmerzleidende Patienten, wird traditionell ein Schmerzmittel zusätzlich genommen. Alle Berichtspläne gehen in keiner Weise auf die Risiken von Wechselwirkungen mit typischen schmerzstillenden Pharmakotherapien ein. Das Risiko der Chronifizierung wird gar in keiner Weise bewertet. Das Gesetz § 35b Abs. 1 SGB V lautet „Die Bewertung erfolgt durch Vergleich mit anderen Arzneimitteln und Behandlungsmethoden unter Berücksichtigung des therapeutischen Zusatznutzens für die Patienten im Verhältnis zu den Kosten.“ Aus § 35b Abs. 1 SGB V folgt: Bewertet IQWiG eine ‚rationale Pharamkotherapie‘ für eine chronische Krankheit solo, und zwar ohne die per Leitlinie erforderliche Begleittherapie für die Schmerzlinderung u.a., dann ist dem Nutzen des Arzneimittels ein Nutzendefizit abzurechnen. Es reicht nicht, dass der Arzt die Verantwortung für die Anwendung der Leitlinie hat, der verlässt sich nämlich zu Recht auf qualitätsgeprüfte Wechselwirkung aller in der Leitlinie gelisteten Massnahmen.

Erkenntnis:

Von einer ‚Erweiterung des medizinischen Fachwissens‘ durch das IQWiG kann keine Rede sein. Die Arbeitsweise resultiert in der Informationsreduktion des in 2008 verfügbaren Wissens über eine Krankheit von >90% [50% weil keine multimodale Behandlung, davon: 40% ausgeschlossene Studien, davon: 30% Studien veraltet; davon: 50% Studien falsch, davon: 30% RCT methodisch falsch; davon 30% unscharfe Definitionen; davon: 50% wechselwirkende Risiken].

K) Die Kosten-Nutzen-Bewertung des IQWiG achtet weder Ethik noch Menschenwürde. Der Patient mit chronischer Krankheit wird als pharmako-schluckender Versicherter gesehen. Gesundheitspolitisches Ziel, Lebenszyklus, Schweregrad, Vorerkrankungen, Begleitstörungen, Erfolgsfaktoren, multimodale Behandlung und Toxikation werden von IQWiG in keiner Weise bewertet. Und alle selektierten Sachverständigen machen mit.

L) Dem internationalen Expertenpanel hat IQWiG eigenmächtig nicht einmal gestattet, dem Ziel nützliche Vorschläge zu unterbreiten. Konsequenterweise betrachtet das IQWiG potentielle Chancen und Risiken nicht. Sich daraus ergebende Risiken werden nicht in einem professionellen Risikomanagement minimiert. In keinem Projekt darf Risikomanagement fehlen, das sind unhaltbare Projektzustände, die ein professioneller Projektmanager nicht ignorieren darf.

M) Konstruktives Feedback zu Arbeit und Methode des IQWiG wird erst gar nicht gewürdigt. Es gibt nicht einmal eine Eingangsbestätigung für ein Feedback. Das IQWiG beruft sich im Methodenvorschlag auf die Rahmenbedingung des § 35b SGB V, die nur wenig Raum für Interpretation zuliesse, und auf die ergänzenden Vorgaben des G-BA.

Erkenntnis zum Methodenvorschlag des IQWiG

Der Methodenvorschlag vom 24.01.08 ist eine Farce des G-BA. Alle Bemühungen des IQWiG sind ausschliesslich am unethischen Weg des BMG ausgerichtet: Kostenreduktion durch ‚rationale Pharmakotherapie‘. Der gesundheitspolitische Wert der Arbeit des IQWiG geht gegen Null, weil die Informationsreduktion sehr stark gegen Null geht. Das heisst, das Arbeitsergebnis des IQWiG ist völlig fehlerbehaftet und für jede chronische Erkrankung sogar völlig wertlos.

Das G-BA missachtet die Primärorientierung am gesetzgeberischen Normzweck, weil das IQWiG nicht die rechtlichen Anforderungen erfüllen dürfte, denen die Parlamentarier mit der Kosten-Nutzen-Bewertung nach § 35b SGB V zugestimmt haben.

Das bis 31.03.08 eingereichte Feedback wird vom IQWiG bewertet und veröffentlicht. Der Methodenentwurf wird modifiziert und als „Version 2“ publiziert. Danach werden Probeläufe gestartet, deren Ergebnisse in „Version 3“ einfließen. Zu Version 2 und 3 ist erneut öffentliches Feedback erwünscht.

27.05.08 IQWiG legt den überarbeiteten Methodenentwurf vor: Allgemeine Methoden v3.0.

Integrierte Versorgung IV

Integrierte Versorgung ist in § 140a SGB V geregelt „…Verträge über eine verschiedene Leistungssektoren übergreifende Versorgung der Versicherten oder eine interdisziplinär-fachübergreifende Versorgung …“. Wer Integrierte Versorgung im Rahmen eines IV-Vertrages leistet, kann die Anschubfinanzierung beantragen. Die Kooperation zwischen IV-Leistungsträgern ist vom Bundessozialgericht bestätigt worden. Krankenkassen dürfen weiterhin eine neue Kooperation unterstützen. Das Urteil B 6 KA 27/07 R bestätigt „…Dabei kann offen bleiben, ob die Versorgung mit Arzneimitteln überhaupt einen eigenständigen Leistungssektor im Sinne des § 140a SGB V bildet….“ „Nach der Zielsetzung des Gesetzes soll die integrierte Versorgung eine Versorgung der Patienten ermöglichen, die nicht durch die Abgrenzung der traditionellen Leistungssektoren behindert wird.“

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