Schmerzlexikon E

Research study sponsored by ENRAC

Empathie

Großes Einfühlungsvermögen in Mitmenschen. Bei Medizinern, Therapeuten und Heilern setzt Empathie eine emotionale Wärme voraus, um sich in die innere Welt des Klienten einfühlen zu können und diese aus dessen Perspektive zu verstehen. Dazu gehört die Fähigkeit, emotionale Erlebnisinhalte und deren Bedeutung für den Klienten zu verbalisieren. Der Nutzen für den Patienten ergibt sich aus dem verbalen Spiegeln der Gefühle, das ermöglicht ihm, sein Verhalten zu erleben und Unbewusstes zu erkennen.

Empirie

Wissenschaftlicher Begriff für praktische Forschung im Gegensatz zur reinen Theorie. EbM orientierte wissenschaftliche Kreise bemängeln fehlende naturwissenschaftliche Begründung für die gute Wirksamkeit von naturkonformen Therapie-Methoden, z.B. Akupunktur Schmerztherapien, sowie fehlende klinische Studien bei  definierten EbM Indikationen. Zudem bemängeln sie, dass die Indikationen der Akupunktur nicht dem EbM Erklärungsmodell genügen. Der Evidenznachweis für die Schmerzbehandlung ist erbracht und von WHO und Krankenkassen anerkannt. Die EbM aber erweitert ihr begrenztes EbM Erklärungsmodell bisher nicht um die Erklärung für die zweifelsfrei bei Akupunktur wirkenden Heilungsprozesse.

Akupunktur orientierte wissenschaftliche Kreise bemängeln geringe dauerhafte Wirksamkeit von EbM Schmerztherapien zum Nutzen des Menschen bei beachtlichen Nebenwirkungen zum meist dauerhaften Schaden des Menschen. Zudem bemängeln sie, dass die Indikationen der EbM nicht dem ganzheitlichen TCM Erklärungsmodell genügen. Das sich selbst begrenzende EbM Erklärungsmodell betrachte den Menschen als eine Summe von Einzelkomponenten des Körpers und unterwerfe sich nicht der Gesamtheit von Körper, Geist und Seele.

ENRAC®CMT Collateral Meridian Therapy

ENRAC® Collateral Meridian Therapy repräsentiert die derzeit wohl wirksamste Evidenz für die Ursachenbeseitigung bei Schmerzen und chronischen Erkrankungen:

•  Mit ENRAC®CMT wird jeder Arzt zum Schmerzspezialisten

•  Mit ENRAC®CMT erlebt jeder chronisch schmerzleidende Patient* die Schmerzbefreiung und Nebenwirkungsbefreiung

•  Mit ENRAC®CMT hat jeder chronisch Erkrankte die Chance auf die bestmögliche Wiederherstellung der Gesundheit

ENRAC CMT ist die ökonomischste Schmerztherapie, die Schmerzbefreiung, Nebenwirkungsbefreiung und Wechselwirkungsfreiung leistet. Sie ist eine evidenzbasierte Schmerztherapie, eine Symbiose aus Methoden von Hochschulmedizin und Naturmedizin. Es ist bildlich die Brücke vom Fachgebiet Neuralpathologie im Land EbM zu einer neuentdeckten Insel im Land TCM, die die Schmerzbefreiung für den Schmerzpatienten liefert. Die Grundausbildung für Ärzte dauert 2 Intensivtage mit 9 Stunden Theorie und 9 Stunden Praxis. Danach kann jeder Arzt seine chronischen Schmerzpatienten mit regionalen Schmerzen erfolgreich therapieren. Das Diagnostizieren von beliebig überlagerten Schmerzbildern bedarf einer Zusatzausbildung.

Der Begriff ENRAC entstand in Japan, der japanische Sprachlaut ‚Jungrak‘ bedeutet ‚Für Immer Glücklich‘, engl. ‚Always Happy‘. Der Erfinder Dr. Shan-Chi Ko wurde in Taiwan geboren, er studierte Medizin in Japan und TCM & Pharmakologie in Shanghai. In 2002 publizierte Dr. Ko basierend auf 7.500 klinischen Fallstudien seine Theorie über eine hochwirksame Schmerzbehandlung: Stimulation von zwei Acupunkten reduziert auffallend und fast augenblicklich die meisten regionalen Schmerzen

ENRAC®CMT ist charakterisiert durch EbM-basierte Prinzipien, präzise EbM-basierte Lokation der Schmerzursache und ein reproduzierbares, dreidimensionales Therapiekonzept.

Bild**: Anwendungsprinzip der nicht-invasiven Schmerzbehandlung,
eine  Schmerzbefreiung ist in durchschnittlich 5 Sitzungen möglich

Die evidenzbasierte ENRAC®CMT  Schmerztherapie ist nicht-invasiv, weil keinerlei Eingriffe in den Körper erfolgen. Für die Ursachenbeseitigung darf die Schmerzstelle nicht berührt werden. Vielmehr muss der zum spezifischen Schmerzbild gehörende kollaterale ‚Behandlungs-Meridian‘ behandelt werden.

Analogie:

Ein Schmerz ist bildlich die Folge eines Unfalls auf der Autobahn. Der Verkehrsfluss ist ganz oder teilweise blockiert. Je mehr ungebremst auf den Rückstau auffahren, desto schlimmer das Staubild. Das ENRAC-Logo symbolisiert die Unfallstelle mit Rückstau, also einen Acupunkt mit gestautem Vital Flow.

EbM betrachtet das Staubild nicht, kennt deshalb die Unfallstelle nicht, und leitet den Verkehrsstau vor Ort nicht um. EbM versucht den Verkehr temporär von der Autobahn fernzuhalten. EbM kümmert sich Jahre und Jahrzehnte nicht um die Unfallstelle, das Staubild wird immer extremer. Meistens versucht EbM sogar nur, die Verbreitung des Warnsignals über das Staubild zu hindern.

ENRAC®CMT betrachtet das Staubild, diagnostiziert die Unfallstelle und leitet den Verkehrsstau vor Ort um die Unfallstelle herum. Das Staubild wird unverzüglich und messbar besser. Die Unfallstelle wird dann freigeräumt, wenn die Feuerwehrkräfte anrücken können, statt an anderen Orten in Brandherden gebunden zu sein. Das ENRAC-Logo symbolisiert die Umleitung.

Erkenntnis:

Schmerzen verlieren niemals ihre Funktion als Warnsignal

Der Schmerz, ob Akutschmerz oder chronischer Schmerz oder hartnäckiger Schmerz, kann in seiner Wirkung nur dann durch eine Schmerztherapie mit dem Behandlungsziel ‚Schmerzbefreiung‘ beseitigt werden, wenn seine Ursache beseitigt wird. Die Schmerzursache ist eine Blockade im TCM Meridian und nicht eine ’selbstständige Schmerzkrankheit‘. Ein Schmerz hat ein Schmerzbild und kein Krankheitsbild. Die TCM Schmerztherapien, die den TCM Meridian behandeln, führen zur Schmerzlinderung. Die ENRAC®CMT Schmerztherapie, die den ENRAC Behandlungs-Meridian behandelt, führt zur Schmerzbefreiung. EbM behandelt weder den TCM-Meridian noch den ENRAC Behandlungs-Meridian, sondern eine fiktive ’selbstständige Schmerzkrankheit‘.

Nutzen:

Mit ENRAC®CMT wird jeder Arzt zum Schmerzspezialisten. Der Arzt erhält unschätzbare Vorteile:

• Seine Weiterbildung zum Schmerzspezialisten dauert 2 Tage
• Er behandelt die primäre Schmerzursache: die Meridianblockade
Sein Team wird voll motiviert
• Seine Schmerzpatienten sind ihm ewig dankbar
Er hat jederzeit die Kontrolle über seine Zusatzbehandlung
• Er erhält einmalige Synergieeffekte durch die Verschmelzung der Kompetenz seines Fachgebiets mit der Kompetenz ENRAC®CMT

Mit ENRAC®CMT wird der Körper in keiner Weise durch unerwünschte Nebenwirkungen belastet. Der Schmerzpatient wird nicht durch Nebenwirkungen geschwächt, stattdessen wird seine Selbstheilung extrem angeregt.
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** das Bild zeigt das Anwendungsprinzip aus der Sicht des schmerzleidenden Patienten, es zeigt nicht die Erbringung einer ärztlichen Leistung.

EbM Evidenzbasierte Medizin

ist die beweisgestützte Heilkunde, jede medizinische Behandlung, bei der patientenorientierte Entscheidungen ausschliesslich auf Basis bewiesener Wirksamkeit getroffen werden. EbM wird umgangssprachlich auch naturwissenschaftliche Medizin genannt. EbM wird in vielen Universitäten nur theoretisch gelehrt.

In der Zeit des postrevolutionären Paris entwickelte sich die rational begründete Medizin. Durch die Verfügbarkeit von Literaturrecherchen der Cochrane Collaboration ab 1986 mündete diese Strömung in die heutige evidenzbasierte Medizin EbM.

Evidenzbasierte Medizin hat das Ziel, vor Fehlentscheidungen zu schützen. Eine Fehlentscheidung kann bedeuten, dass eine nützliche Intervention nicht oder erst verspätet in die medizinische Versorgung kommt. Insbesondere aber sollen nutzlose oder gar schädliche Intervention keine weite Verbreitung finden [EbM Practice of Medicine, JAMA 1992].

Prof. Sackett prägte den Begriff ‚Evidence based Medicine‘ als eigene medizinische Disziplin. Seine Definition benutzt ein Vokabular aus dem akademischen Bereich, setzt auf wissenschaftliche Beweisführung und verwendet eine Klassifikationen. Definition Sackett 1996: „Evidenzbasierte Medizin ist der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten.“ Die Praxis der EbM bedeutet die Integration individueller klinischer Expertise mit der bestverfügbaren externen Evidenz aus systematischer Forschung.

EbM basiert auf dem aktuellen Stand der klinischen Medizin auf der Grundlage klinischer Studien. Es steht also für die Integration der fallbezogenen Anwendung klinischer Expertise mit der wirksamsten Evidenz aus systematischer Forschung. Die Beweisfindung erfolgt durch statistische Verfahren. Behandlungsformen, bei denen kein statistischer Wirksamkeitsnachweis vorliegt, gibt es heute kaum mehr.

Jeder zugelassene Arzt hat die Verpflichtung für ‚patientenorientierte Entscheidungen‘. Die Wertvorstellungen des Schmerzpatienten über das Behandlungsziel sind der dominante Faktor für die Patientenorientierung. Seit 2006 wird deshalb im ‚Deutscher Schmerzfagebogen‘ das Behandlungsziel in Form eines Schmerzmasses festgelegt. Arzt und Schmerzpatient unterschreiben diese Behandlungsvereinbarung. Alleine am Behandlungsziel wird der Behandlungserfolg des Arztes gemessen.

Folgerichtig darf der Arzt eine Schmerzbehandlung nicht beginnen, wenn die beabsichtige Behandlungsmethode das vereinbarte Schmerzmass aufgrund der wissenschaftlichen Veröffentlichungen gar nicht erreichen kann. Dem Schmerzpatienten soll auf diese Weise ermöglicht werden, den für seinen Fall besten Arzt auswählen zu können, und zwar bevor er mit Nebenwirkungen, Wechelwirkungen und zusätzlichen Schmerzbildern belastet wird.

In 2006 gibt das Journal of American Medical Association JAMA dem Schmerzpatienten sogar eine Mitverantwortung für den Behandlungserfolg: „EbM ..beinhaltet die Kombination der besten Evidenz mit den Wertvorstellungen des Patienten.. Das gemeinsame Betrachten von allen ..medizinischen Veröffentlichungen ..hilft Ärzten ..die beste Behandlung ..auszusuchen.“

EbM kann nur dann patientenorientierte Entscheidungen treffen, sprich umgangssprachlich heilen, wenn

• sich ein Symptom entwickelt hat
das Symptom durch den Arzt wahrnehmbar ist
die Krankheit diagnostizierbar ist
jahrelange klinische Studien abgeschlossen wurden
statistische Wirksamkeit bewiesen wurde
• alle ‚richtigen‘ Fachgebiete interdisziplinär involviert sind:

Allgemeinmedizin, Anaesthesiologie, Anatomie, Augenheilkunde, Chirurgie, Dermatologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nase-Ohren, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Humangenetik, Immunologie, Innere Medizin, Innere und Allgemeinmedizin, Kardiologie, Kieferchirurgie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Kinder- und Jugendmedizin, Labormedizin und Mikrobiologie, Lungen- und Bronchialheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Neurologie, Nuklearmedizin, Oralchirurgie, Orthopädie, Pathologie, Pharmakologie und Toxikologie, Phlebologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Physiotherapie, Praktischer Arzt, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychotherapeutische Medizin, Radiologie, Sozialmedizin, Stomatologie, Strahlentherapie, Tierarzt, Transfusionsmedizin, Tropenmedizin, Urologie, Zahn-Mund-Kieferheilkunde, Zahnarzt.

Das begrenzte Wissen der EbM erlaubt Ärzten nur bei Vorliegen eines Syndroms zu kurieren. Dieser fehlerhafte Denkansatz setzt sich nun sogar in der parlamentarischen Anfrage zu Medikamentenmissbrauch vom 18.01.08 fort: Es wird das Syndrom betrachtet, statt die Ursache.

EbM – Therapiebewertung

Ein Ziel der EbM ist die neutrale Therapiebewertung. Damit die Überprüfbarkeit aller Angaben möglich ist, muss die wissenschaftliche Arbeitsweise angewendet werden, Prinzipien sind:

•  Strukturierung der Darstellung
•  Beschreibung der Methodik
•  Systematik und Kriterien für Literatursuche
•  Begründung für Literaturauswahl
•  Literaturstellen und Quellenverweise
•  Transparenz der zugrundeliegenden Evidenz
•  Evidenzdarstellung
•  Evidenzbewertung
•  Therapieinformation

Enquete-Kommission

Hatte die gesetzgeberischen Entscheidungen des 14. Bundestages beratend vorbereitet. Die Enquete-Kommission „Recht und Ethik der modernen Medizin“ bestand aus 13 Abgeordneten des Deutschen Bundestages und 13 Sachverständigen verschiedener Professionen. Zu Beginn hatte sie eingehend das Gebot zur Wahrung der Menschenwürde und die Grundrechte-Charta der Europäischen Union diskutiert. Schwerpunktthemen waren Reproduktionsmedizin, Embryonenschutz, Angewandte medizinische Forschung, neue diagnostische und therapeutische Methoden, Genetische Daten.

Entchronifizierung

Massnahmen mit dem Ziel der Beseitigung der Chronifizierung eines schmerz- und chronisch Erkrankten. Der Begriff beschreibt auch den Prozess zur Reduktion der Chronifizierung eines schmerz- chronisch Erkrankten. Anstelle Entchronifizierung wird in diesem Nachschlagewerk der anschaulichere Begriff Kernsanierung verwendet. Die Kernsanierung eines schmerz- und chronisch Erkrankten ist eine Abfolge von Programmschritten, die individuell zusammengestellt werden. Dieses Programm an medizinischen und nicht-medizinischen Leistungen kann heutzutage nur von Naturmedizinern erbracht werden. Niedergelassene Ärzte der Schulmedizin beherrschen keinen einzigen der Programmschritte.

Entgiftung

Bei allen chronischen Erkrankungen, die EbM nennt sie Krankheitsbilder,  handelt es sich um 80% Vergiftungen. [WHO 2006]. Die Behandlung mit einer Pharmakotherapie führt nicht zur Wiederherstellung von Gesundheit, sondern sie führt zum Ausbau der Chronifizierung.

Akuterkrankung oder Akutschmerz… 
Früh-Rehabilitation während Akutstörung (Vorsorge)
Falls erfolglos oder bei chronischem Schmerz folgt:

  1. Schmerzbefreiung
  2. Nebenwirkungsbefreiung
  3. Toxinen-/Feinstoff-Analyse
  4. Wechselwirkungsbefreiung
  5. Toxinenentgiftung
  6. Stoffwechselregulation
  7. Immunsystemstabilisierung
  8. Hormonsystemstabilisierung
  9. Energiesystemstabilisierung
  10. Aktivierung Psyche
  11. Aktivierung Körper
  12. Messung BPS-Lebensganzheit
  13. Falls physische oder psychische Schäden vorliegen:
    Rehabilitation (Wiedereingliederung)

Die Schritte der Kernsanierung sind absolute Voraussetzung, wenn ein schmerzleidender oder chronisch erkrankter Patient auf die Wiederherstellung der Gesundheit wert legt. Es gibt weltweit keine Alternative zu diesem Weg. Selbst die Schrittfolge ist ziemlich wichtig. Eine Toxinenentgiftung nützt nichts, wenn täglich Schmerzmittel  und weitere Arzneimittel den Organismus gepumpt werden und eine Wechselwirkung mehrerer Pharmakotherapien besteht. Genauso wenig sinnvoll ist es, eine Balance bei Immunsystem, Hormonsystem, Energiesystem, Psyche und Körper herzustellen, wenn das Stoffwechselsystem vielen Mängeln durch unausgeglichene Nahrung ausgesetzt ist.

Erkenntnis:

Bei chronischen Erkrankungen haben die Ärzte in D das für die Wiederherstellung der Gesundheit erforderliche Wissen nicht. Der Weg der Schulmedizin seit 1948 ist, trotz der Vergiftungswarnungen in der Literatur und trotz der Evidenz in Studien, dass sie keine Leistungen für die Schritte der Kernsanierung anbietet.

Epidemische Erkrankung

Eine gesundheitliche Störung grosser Bevölkerungsteile, welche die Menschen zum Siechtum zwingt. Der griechische Wortstamm bedeutet eine im Volk verbreitete Seuche. Der deutsche Wortstamm bedeutet den zeitweisen Verlust der Kontrolle von physischen oder psychischen Funktionen des Organismus. Ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit hoch, spricht man von einer Explosivepidemie. Beispielsweise haben sich Diabetes Mellitus, Allergien und Fettleibigkeit innerhalb einer Dekade auf epidemische Ausmasse entwickelt. Internationale Forscher erwarten, dass sich diese epidemischen Erkrankungen aufgrund der fehlerhaften Behandlung mit Pharmakotherapien innerhalb einer weiteren Dekade auf pandemische Erkrankungen ausweiten werden.

Epidemiologie

Wissenschaft über Ursachen, Folgen und Verbreitung von Krankheiten in Bevölkerungsgruppen. Die Epidemiologie untersucht alle Bestimmungsgrößen und Gesundheitsfaktoren mit einem Einfluss auf Gesundheit und Krankheit. Ihre Studien liefern die Grundlage für alle Massnahmen im Gesundheitssystem.

Erstattungsfähigkeit

Die Anerkennung eines Therapieverfahrens für die Kostenerstattung durch die GKV. Das Leistungsrecht der GKV regelt § 2 SGB V. Die NUB-Richtlinie ist massgebend für die Erstattungsfähigkeit von Kosten des Patienten. Ein Therapieverfahren in der Positivliste ist erstattungsfähig, ein Therapieverfahren in der Negativliste ist nicht erstattungsfähig. Der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA legt die Eingruppierung fest. Eine fehlerhafte Eingruppierung kann nicht auf dem Klageweg beeinflusst werden.

Umweltmedizinische Verfahren, also die Diagnostik- und Therapie-Verfahren für chronisch schmerzleidende Patienten, hat das G-BA pauschal in der Negativliste eingruppiert. In vielen Fällen gibt der internationale Stand der Wissenschaft seit vielen Jahren ausreichend medizinische Evidenz her, dass sich der G-BA mit der gesetzlich verpflichteten Eingruppierung in die Positivliste hätte befassen müssen. Da das G-BA unter direkter Kontrolle des BMG steht, ist klar, das das Versagen des Bundesausschusses gesundheitspolitisch gewollt ist, weshalb es auch Systemverhalten genannt wird. Die gesellschaftsfeindliche und lobbyistenfreundliche Stimmenverteilung im G-BA ist die nächste Hürde, mit der die Akutmedizin die Erstattungsfähigkeit von Leistungen der naturkonformen Chronicmedizin kontrolliert.

Für Umweltpatienten und Chroniker gibt es Hoffnung. Eine höchstrichterliche Rechtsprechung hat bereits ein Systemversagen festgestellt, dass sich das G-BA nicht gemäss dem gesetzlichen Auftrag verhält. Liegt ein Systemversagen vor, dann ist die Erstattungsfähigkeit der Kosten so lange gegeben, bis der G-BA über die Neueingruppierung entschieden hat.

Erkenntnis:

Die NUB-Richtlinie der Akutmedizin ist die Kernursache für die stetige Reduzierung der Lebensqualität aller Bundesbürger. Die NUB-Richtlinie wird vom G-BA festgelegt und dient somit direkt und rechtswirksam auf allen Ebenen den Lobbyisteninteressen. Die NUB-Richtlinie ist das höchsteffiziente Instrument des BMG, um die Therapien der Akutmedizin in die Positivliste aufzunehmen und die Therapien der Umweltmedizin u.a. nicht-medikamentöse Chroniker-Therapien in der Negativliste zu belassen. Die Pharmakotherapien der Positivliste produzieren kontinuierlich neue Chroniker. Die Chronifizierung der Bundesbürger ist absolut kein Bewertungsmasstab im Gesundheitssystem: Lobbyisten willkommen!

Die Krankenkasse der GKV bestritt die Erstattungsfähigkeit für eine ambulante Leistung: Es ist mit den Grundrechten aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip und aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG nicht vereinbar, einen gesetzlich Krankenversicherten, für dessen lebensbedrohliche oder regelmäßig tödliche Erkrankung eine allgemein anerkannte, medizinischem Standard entsprechende Behandlung nicht zur Verfügung steht, von der Leistung einer von ihm gewählten, ärztlich angewandten Behandlungsmethode auszuschließen, wenn eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf Heilung oder auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf besteht. [BFG 1 BvR 347/98, 06.12.05]

Erwerbstätige

Im Jan. 2008 gab es 39,57 Millionen Erwerbstätige mit Wohnort in Deutschland. In allen Monaten von 2007 nahm die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat um 1,5% oder mehr zu. Das wahre Ausmaß der Unterbeschäftigung in D liegt höher. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung betrachtet deshalb das Ausmaß der ‚verdeckten Arbeitslosigkeit‘, er registriert 3,78 Mio. Arbeitslose und 1,2 Mio. verdeckte Arbeitslose. [Fünf Wirtschaftsweise, Jahresgutachten 07.11.2007]

Erkenntnis:

Wenn Sie eine Arbeitslosen-Statistik hören, können Sie getrost 30% addieren, um das wahre Ausmass der Unterbeschäftigung zu kennen. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass unsere Politik die Chroniker und Schwerbehinderten ganz schnell aus der Gesellschaft ausmustert, damit der Arbeitsmarkt für Investoren attraktiv erscheint. Selbst dann ist unser grösstes Problem noch nicht eingerechnet: die exorbitant hohe Rate an Abwanderungen von Spitzenkräften ins Ausland. Dass die CDU/CSU-Spitzen in diesem Umfeld im Aug. 2008 von Vollbeschäftigung sprechen, kommt einer Volksverdummung gleich.

Ethik

Eine einprägsame Definition ist: Ethik ist der Bestand an Wahrheit, der nicht dem Konsens unterworfen ist, sondern ihm vorausgeht und ihn ermöglicht.

Die deutsche Gesellschaft braucht feste Anhaltspunkte, auf denen ethische Fragen zurückbezogen werden können [abgeleitet von Ratzinger 2006].

Definition Konfuzius 500 BC: Ethik ist „Den Angelpunkt zu finden, der unser sittliches Wesen mit der allumfassenden Ordnung, der zentralen Harmonie vereint, das ist in Wahrheit das höchste menschliche Ziel.“ Konfuzius nennt vier Tugenden für ethisches Verhalten: Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit, Respekt und Rituale. Die Tugenden sieht er als erstrebenswertes Ideal an, das niemals voll erreichbar ist.

Das BMG hat die Definition für Unethik veröffentlicht „Jegliche Verschwendung in der GKV ist unethisch“. Sicherlich ist der Gedanke als unethisch einzustufen. Die Aussprache in Verbindung mit der gelebten, unethischen Gesundheitspolitik lässt eher auf eine Verachtung der ethischen Grundsätze schliessen.

Deutscher Bundestag 2002, Drucksache Ethik und Recht in der Medizin, S. 19 ff: „Der Mensch ist ein leibliches Wesen, das nur im sozialen Miteinander wechselseitig sich anerkennender Individuen seine Entfaltung zu finden vermag. Aus der leiblich-sozialen Verfasstheit des Menschen ergeben sich daher Grundansprüche, die sich in den mit dem Gedanken der Menschenwürde verbundenen moralischen Wertauffassungen und in dem aus der Menschenwürde folgenden Katalog von Grundrechten niedergeschlagen haben. Sie liegen auch dem Medizinrecht und der medizinischen Berufsethik zugrunde und betreffen sowohl Grundansprüche und -rechte, die primär das Individuum betreffen, als auch solche, die für das soziale Miteinander maßgeblich sind.“

…“Auf jeden Fall will Art. 1 GG eines sichern: dass die unbedingte und unabdingbare Sonderstellung des Menschen in der belebten und unbelebten Natur von Rechts wegen von aller staatlichen Gewalt und auch von der Rechtsordnung selbst zu respektieren ist. Die Geltung der in Art. 1 GG getroffenen Normaussage zur Würde des Menschen ist bis heute durch einen breiten gesellschaftlichen Konsens getragen. Der von der Verfassung an den Anfang allen Rechts gestellte Wert der Menschenwürde prägt die Rechtsordnung und wird umgekehrt in seiner fundamentalen ethischen Bedeutung durch sie gefestigt. Als konsensgetragene rechtliche Fundamentalnorm bindet sie freilich auch die, deren ethische Orientierung eine unbedingte Würdegarantie für den Menschen nicht kennt.“

…“Als Kern jeder Ethik erweist sich damit die Bereitschaft, allen Menschen in ihrer Eigenschaft als Gattungswesen den gleichen Status zuzusprechen und sie als Subjekte selbstgesetzter Zwecke und als Adressaten moralischer Verantwortung anzuerkennen.“

Und nun treten wir aus der Welt der Grundrechte in unsere Welt der Wirklichkeit. Eine lange Kette von Skandalen in unserer Gesellschaft skizziert der langjährige politische Kommentator Dr. Heinz Verfürth in seinem am 20.02.08 vorgestellten Buch ‚Die Arroganz der Eliten‘ [Verfürth, 2008]:

„Die Eliten agieren heute vielfach, daran kann kein Zweifel mehr bestehen, aus eigener Legitimation. Zuweilen sogar soweit, dass manche Repräsentanten der Führungsschichten meinen, sich nicht nur über Anstand und Moral, sondern auch über Recht und Gesetz hinwegsetzen zu können. …Nicht allein unter dem Aspekt Reich und Arm, sondern in einem weit umfassenderen Sinn hat dies Konsequenzen für die beständige und langfristige Integrationsfähigkeit eines Gemeinwesens, das ohne Kompromiss und Konsens nicht überleben kann. Die Spaltung in Deutschland nimmt in einem Maße zu, dass selbst ein konservativer Analytiker wie der Berliner Politologe Paul Nolte inzwischen wieder von einer Klassengesellschaft spricht. In solchen Entwicklungen nisten die größten Gefährdungen, die von der Selbstdemontage der Eliten ausgehen.“

Das Buch ‚Heilen verboten, töten erlaubt‘ entlarvt das korrupte Gesundheitssystem aus Insidersicht: Medizinsyndikat und Unrechtsystem sind die Bewertungen für die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen [Blüchel, 2003, ISBN 9783570007037].

Erkenntnis:

Das Ökonomisierungsprinzip im Umgang mit der übertragenen Vertrauensstellung zerstört alle Formen des menschlichen Zusammenlebens. Der Deutsche Bundestag sollte parallel zur Arbeit des Ethikrats eine Grundsatzdebatte über die Moral der Gesellschaft und die Zukunft des Gemeinwesens einführen.

Ethik in der Medizin

Deutscher Bundestag 2002, Drucksache Ethik und Recht in der Medizin, S. 20 ff: „Bei allen aus der individuellen Menschenwürde folgenden Ansprüchen ist davon auszugehen, dass sie sowohl intrapersonal als auch interpersonal in Spannung zueinander treten können. Für interpersonal konfligierende Ansprüche der beschriebenen Art gilt, dass jeder vom Einzelnen erhobene Anspruch im gleichen Anspruch des Anderen seine notwendige Grenze findet. Allein der Anspruch auf Unverletzlichkeit der Würde des Einzelnen läßt keine Einschränkung zu.“

Die Chronifizierunng der 35 Mio. chronisch schmerzleidenden Patienten durch ‚rationale Pharmakotherapien‘ verletzt die Würde des Einzelnen.

„Im Fall der Medizin umfasst diese Berufsethik Pflichten wie die, der Patientin bzw. dem Patienten nicht zu schaden (Nil nocere), alles Handeln am Ziel der Heilung der Patientin bzw. des Patienten auszurichten (Salus aegroti suprema lex), den Beruf gemäß den Regeln der Kunst auszuüben, d. h. Kompetenz und verfügbare Mittel zur Heilung der Patientin bzw. des Patienten einzusetzen und sich selbst fortzubilden, um die fachliche Kompetenz zu erhalten und zu erweitern. Für den Arzt und die Ärztin gehören dazu Empathie mit der Patientin und dem Patienten, Wahrhaftigkeit in der Aufklärung der Patientin und des Patienten, Wahrung der Vertraulichkeit, Verschwiegenheit gegenüber Dritten u. a. mehr.“

Alles Handeln am Ziel der KBV-Vorgabe ‚rationale Pharmakotherapie‘ auszurichten gehört nicht zur Berufsethik. Derartiges Handeln ist unethisch, weil die KBV-verursachte Chronifizierung unethisch ist. Herausgefordert ist hier die ethische Urteilsbildung des Arztes, obwohl die KBV dieses Handeln durch EBM 2008 in ihrem ökonomisierten, unethischen Interesse zu bestimmen versucht. Die Parallelen zum staatlichen Missbrauch ärztlichen Handelns, die zum Nürnberger Codex führten, sind erkennbar. In der Demokratie liegt es in der Verantwortung der Ärzte sich codexgerecht zu organisieren und eine zielgerichtete Gesundheitspolitik massgeblich zu bestimmen. Ärzte sind die Leistungsträger des Gesundheitssystems.

Für Schmerzpatienten wurde die Ethik-Charta beim Deutscher Schmerzkongress 2007 veröffentlicht. Es ist die Beschreibung der ethischen Verantwortung gegenüber schmerzleidenden Patienten. Sie wurde von Medizinern, Psychologen, Philosophen und Juristen erarbeitet. Sie beschreibt die Rechte der Patienten mit Schmerzen. Sie stellt Thesen zu zentralen Bereichen von Schmerzdiagnose, Schmerztherapie und Schmerzforschung auf. Ein Forderungskatalog für die Zukunft ist enthalten. Die Patientenrechte sind nicht einklagbar, die Ethik-Charta ist nicht im SGB. Sinnvoller wäre allerdings auch eine ganzheitliche Ethik-Charta zu Chronifizierung im SGB zu normieren.

Ethik in der Wissenschaft

Die EU hat strenge Auflagen an die Ethik in der Wissenschaft: „Ethics is the state of mind. Ethical sensitivity is directly related to honesty and truthfulness.“ [EC.Europa.EU 03.2007]

Ethikrat

Der Deutsche Ethikrat besteht aus 26 Mitgliedern, die naturwissenschaftliche, medizinische, theologische, philosophische, ethische, soziale, ökonomische und rechtliche Belange in besonderer Weise repräsentieren. Die Mitglieder wurden am 13.02.08 benannt. Die Aufgaben sind im Ethikratgesetz vom 16.07.07 geregelt. Unter den 26 Experten arbeitet gut die Hälfte vom bisherigen Nationalen Ethikrat mit. Einige Mitglieder waren zeitweise in der Enquete-Kommission aktiv. Am 11.04.08 findet die erste konstituierende Sitzung statt. Der Ethikrat.org berät sein Arbeitsprogramm selbst.

„Alle Völker sind verwundbar, aber die Armen werden als erste und am härtesten getroffen“ [WHO 2008]. Zum 07.04.08, dem 60 jährigen Geburtstag der WHO, sieht die Zukunft der Menschheit düster aus. Epidemien und Pandemien werden die Welt innerhalb eines Jahrzehnts verändern. Der Ausbruch der Krankheiten wäre zu verhindern, wenn in die Zukunft investiert würde.

Weit weg von uns, denken die Deutschen. Aber die pandemische Erkrankung wächst seit 1948 kontinuierlich in uns Bundesbürgern heran: Depression. Die messbaren Vorläuferkrankheiten nennen wir chronische Krankheiten. Bereits 80% der GKV-Kosten werden verursacht durch 3 chronische Krankheiten. Die Beschwerdebilder und Begleiterscheinungen nennen wir chronische Schmerzen.

Zum Zwecke der Erhöhung der Lebensqualität der 35 Mio. Patienten mit Chronifizierung und 40 Mio Übergewichtigen sollte der Ethikrat öffentliche, themenfokussierte Dialogveranstaltungen durchführen: Präventionsgesetz, Chronifizierung. Für chronische Erkrankungen hat die EbM nicht das Wissen und die Kompetenz zur Wiederherstellung der Gesundheit. Seit 1948 treibt die EbM die Bundesbürger durch Pharmakotherapien in die pandemische Erkrankung Depression.

Die sogenannte „Evidenz„-basierte Medizin EbM, unsere Hochschulmedizin, vermeidet es darüber zu Reden. Dafür hat sie gute Gründe: Sie hat das Wissen und die Kompetenz nicht, um die Wiederherstellung der Gesundheit zu leisten. Sie kennt nicht einmal die Schmerz-Ursachen, die Begleiterscheinungen einer jeden Erkrankung. Logischerweise kann sie auch keine Gesundheitsvorsorge für chronische Krankheiten leisten. Und weil sie seit 400 Jahren die Wirkungserfolge der Naturmedizin sowie die weltweite Bewegung hin zu naturmedizinischen Behandlungen, engl. Natural Health Movement, arrogant ignoriert, oder besser gesagt verteufelt, ist sie heute auch nicht in der Lage, sich von innen heraus an den internationalen Stand der Wissenschaft anzupassen.

Der Deutsche Ethikrat zusammen mit Akteuren des Gesundheitssystems sollte ganz schnell evaluieren, wo der Grad der verfassungsrechtlichen Akzeptanz bei unperfekten Forschungsergebnissen liegt, s. Studie und IQWiG. Die Definition sollte im SGB oder wenigstens in einer Ethik-Leitlinie verankert werden.

Empfehlung:

Der Deutsche Ethikrat ist gefordert, die 10-Jahres-Ziele der Umverteilung und Nachhaltigkeit zu definieren und eine Politik der Umverteilung von oben nach unten auf den Stand von 1980 zu fördern. Das Primärziel ist die Vermeidung der pandemischen Erkrankung Depression.

Europäische Union – EU Recht

06.04.08 Die EU will eine Richtlinie für verschreibungspflichtige Arzneimittel verabschieden. Sie will das Werbeverbot für verschreibungspflichtige Medikamente lockern. Erlaubt sein sollen Produktmerkmale, Studien, Krankheitsvorbeugung und Preise. Die Bundesärztekammer kritisiert, dass diese Informationspolitik zu Fehlgebrauch und Überdosierung führen kann. Die Bundesregierung hat Bedenken, dass die Information nicht objektiv sein wird. Wegen dem Werbeverbot bewege sich die Hersteller-Information bereits derzeit in der Grauzone von Objektivität und Werbung.

Kommissar für Unternehmen und Industrie Günter Verheugen, der die Industriepolitik der EU in den Zeiten von Klimawandel, Globalisierung und Chronifizierung gestaltet, hat ein ethisches Ziel. Er möchte die Pharmakohersteller verstärkt in die soziale Verantwortung nehmen. Die Information in den Beipackzetteln soll im Internet objektiv und auf dem internationalen Stand der Wissenschaft dargestellt werden, so dass jeder Patient Risiken, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen eigenständig erkennen kann. In 2008 gibt es in D nur eine Informationsquelle auf dem internationalen Stand der Wissenschaft, s. Arzneimittelnebenwirkung.

11.04.08 Das EU Chemikaliengesetz Reach ist das weltweit strengste Gesetz für Chemikalienhersteller und Importeure. Bis 01.12.08 müssen 30.000 Giftstoffe online vorregistriert werden, damit die Registrierung erfolgreich wird.

15.04.08 Die konsolidierte Fassung des Vertrages über die Europäische Union und des Vertrages über die Arbeitsweise der Union wird veröffentlicht. Der Vertrag wurde am 13.12.07 in Lissabon unterzeichnet. Eine Seite mit vier Artikeln beschäftigt sich mit grenzüberschreitenden Themen aus dem Gesundheitswesen:

Artikel 168 Gesundheitswesen
(1) Bei der Festlegung und Durchführung aller Unionspolitiken und -maßnahmen wird ein hohes Gesundheitsschutzniveau sichergestellt. Die Tätigkeit der Union ergänzt die Politik der Mitgliedstaaten und ist auf die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung, die Verhütung von Humankrankheiten und die Beseitigung von Ursachen für die Gefährdung der körperlichen und geistigen Gesundheit gerichtet. Sie umfasst die Bekämpfung der weit verbreiteten schweren Krankheiten, wobei die Erforschung der Ursachen, der Übertragung und der Verhütung dieser Krankheiten sowie Gesundheitsinformation und -erziehung gefördert werden; außerdem umfasst sie die Beobachtung, frühzeitige Meldung und Bekämpfung schwerwiegender grenzüberschreitender Gesundheitsgefahren. Die Union ergänzt die Maßnahmen der Mitgliedstaaten zur Verringerung drogenkonsumbedingter Gesundheitsschäden einschließlich der Informations- und Vorbeugungsmaßnahmen.

Evidenz

Drückt in der Medizin der EbM die wissenschaftliche Aussagefähigkeit klinischer Studien in Evidenzklassen aus. Sie hat den Grundsatz aufgestellt, freilich ohne Vorliegen einer Evidenz für diese Behauptung: „Je höher die Evidenzklasse einer Studie, desto breiter ihre wissenschaftliche Basis.“

Die EbM unterscheidet die Stufen von Ia bis IV, wobei Ia die höchste Evidenz ist, Stufe IV die niedrigste ist:

– eine systematische Beurteilung auf der Basis methodisch hochwertiger randomisierter kontrollierter Studien
– wenigstens eine methodisch hochwertige Studie
– methodisch hochwertige Studie ohne Randomisierung: Kohorten-,Fall- und Kontrollstudien
– mehr als eine methodisch hochwertige nichtexperimentelle Studie
– Meinungen und Überzeugungen von Autoritäten und Expertenkommissionen

Die höchste Evidenz haben grundsätzlich randomisierte kontrollierte Studien RCT. Expertenmeinungen stehen an letzter Stelle. Bei einer RCT Studie werden Teilnehmer durch Zufallsauswahl in eine Behandlungsgruppe und eine Kontrollgruppe geteilt. Damit werden Unterschiede zwischen Teilnehmern ausgeglichen. Bei der Behandlungsgruppe wird die Therapie angewendet, bei der Kontrollgruppe ein Placebo oder die bisherige Therapie.

Evidenzgrad sind Skalen zur abgestuften Einordnung der Ergebnissicherheit einer Evidenz, auch genannt Evidenzlevel, Evidenzstufe, Evidenzhierarchie. Die Skalen sind international nicht standardisiert, sie können eine beliebige Definition haben. Die Sicht des IQWiG ist, dass Studien mit einer hohen Anfälligkeit für Bias im allgemeinen einen niedrigeren Evidenzgrad haben als Studien mit einem kleinen Risiko für Bias. Randomisierte RCT-kontrollierte Studien haben im allgemeinen einen höheren Evidenzgrad als Beobachtungsstudien.

Die Anwendung der Evidenz ist für chronische Erkrankungen aus vielen Gründen nicht möglich. Die methodischen und wissenschaftlichen Kardinalfehler des IQWiG sind unter IQWiG begründet.

Existenzangst

wirkt sich auf alle Lebensbereiche des Bundesbürgers aus. Während fast alle unerwünschten Zustände eines Lebensbereiches ‚repariert‘ werden können, trifft das auf die Chronifizierung nicht zu. Dauerstressoren bewirken zuerst die physische Manifestation und dann die psychische Manifestation. Unter den überschuldeten Personen sind gar 80% erkrankt, vor allem psychisch und an Gelenk- und Wirbelsäulen, der Gesundheitszustand ist absolut mangelhaft [Uni Mainz 2008].

Erkenntnis zur sozialen Wirklichkeit in D:

•  Armutsreport: 32 Mio. leben unter Armutsgrenze für EU-Bürger: 39%
•  11 Mio. der Bundesbürger leben 25% unter EU-Armutsgrenze: 13%
•  6 Mio. von 40 Mio. Erwerbstätigen erhalten seit Jahren keine Arbeit: 15%
•  2 Mio. der 20 Mio. Renter haben Rente knapp über der Armutsgrenze: 10%
•  
7,4 Mio. Bürger sind überschuldet, 80% davon sind chronisch erkrankt
•  0,9 Mio. Bürger sind obdachlos
•  2,5 Mio. Bürger sind behandlungsbedürftig alkoholkrank
•  10 Mio. Bürger leben als Singles, davon 50% Rentner
•  Scheidungsrate erreicht 40%, Tendenz steigend
•  12 Mio. Bürger reflektieren regelmässig Ängste in Alpträumen

Armut bezeichnet „den Mangel an Chancen, ein Leben zu führen, das gewissen Minimalstandards entspricht“. Nach einer EU-Definition aus dem Jahr 2001 ist derjenige arm, der in einem Haushalt lebt, dessen «bedarfsgewichtetes Nettoäquivalenzeinkommen» bei weniger als 60% des Medians liegt. Das Medianeinkommen ist das Einkommen desjenigen, der genau in der Mitte stünde, wenn sich alle Personen der Bevölkerung eines Landes nach ihrem Einkommen sortiert in einer Reihe aufstellen würden. Neben der absoluten Höhe des Einkommens kommt es darauf an, wie viele Menschen davon leben müssen. Deshalb werden oft sogenannte Äquivalenzeinkommen verglichen, in deren Berechnung die Haushaltsgröße und -zusammensetzung einfließen. Nach der EU-Definition liegt die Armutsrisikogrenze für D für 2003 bei 938 Euro Monatseinkommen.

Wer aber gilt in Deutschland als arm? Armut ist eine Frage der Definition der Parlamentarier. Und die ist je nach Populationsgruppe unterschiedlich. Die Komplexität zur Berechnung des Existenzminimums für unterschiedliche Populationsgruppen ist weltweit beispiellos komplex.

Der Schutz des selbst erwirtschafteten Existenzminimums ist eine verfassungsgerichtliche Vorgabe zum Schutz der Schuldner in der Zwangsvollstreckung. Die Pfändungsfreigrenze muss ab 01.01.02 alle zwei Jahre an die Lebenshaltungskosten angepasst werden. Ab 01.07.05 beträgt die Pfändungsfreigrenze bei Arbeitseinkommen 985,- Euro.

Der Bundestag verabschiedet Regelsätze für Populationsgruppen, jedoch ohne eine dynamische Anpassung zum Jahresbeginn definiert zu haben. Für Regelsätze werden erst nach 5 oder 10 Jahren Stimmen laut, die die Anpassung fordern. Ab Parlamentsbeschluss braucht das Statsische Bundesamt zwei Jahre für die Auswertung. Wenn die neuen Regelsätze in Kraft treten, sind die bereits wieder zwei Jahre überholt. Dabei wäre es doch ganz einfach, die Lebenshaltungskosten für die dynamische, jährliche Anpassung aller Regelsätze zu definieren. Bei der Pfändungsfreigrenze funktioniert es.

Das Statistische Bundesamtes errechnete 730,20 Euro West bzw. 604,80 Eur Ost. ‚Der Zweite Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung‘ vom April 2005 nennt für 2003 13,5% der Bevölkerung als arm. In der Realität dürfte die Armut wesentlich mehr als 13,5% Bundesbürger erfassen, weil die Bundesregierung den Minimalstandard eines Bundesbürgers 25% niedriger ansetzt als die EU für einen EU-Bürger.

In D ist Armut eng an Existenzminimum gekoppelt. Existenzminimum wird statistisch berechnet, es hat keinen objektiven Bezug zur Armutsrealität in D. Seine Basis sind die Ausgaben der sozial Schwächsten. Hierfür werden lediglich die Einpersonenhaushalte betrachtet, und zwar nur die untersten 20% geordnet nach deren Nettoeinkommen. So errechnet sich das fiktive Existenzminimum für eine alleinstehende Person von 347 Euro/Monat zuzüglich Wohn- und Heizkosten. Dies entspricht dem aktuellen Regelsatz für einen Hartz-IV-Empfänger.

Als arm gilt nach dem Verständnis der Bundesregierung, wer sich nicht aus eigener Kraft ausreichend mit Lebensmitteln, Wohnraum, Kleidung und anderen lebensnotwendigen Dingen versorgen kann. Laut Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung liegt Armut im Sinne von sozialer Ausgrenzung dann vor, „wenn Handlungsspielräume von Personen in gravierender Weise eingeschränkt und gleichberechtigte Teilhabechancen an Aktivitäten und Lebensbedingungen der Gesellschaft ausgeschlossen sind“. Weil Studien politisch unerwünscht sind, obwohl es 1/3 der Bundesbürger essentiell betrifft, orientiert sich die Armutsforschung am Einkommen.

Der Regelsatz Hartz IV ist nicht bedarfsdeckend. Das sozio-kulturelle Existenzminimum ist nicht gewährleistet. Das Leben auf Hartz- IV-Niveau ist mit vielen Einschränkungen gerade im sozio-kulturellen Bereich verbunden. Das Recht auf ein Existenzminimum ist an Arbeitszwang geknüpft. Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger werden als Bürger zweiter Klasse betrachtet, die ständig unter dem Verdacht des Schmarotzertums stehen. [aus dem Buch ‘Wie wenig Geld ist zu wenig? Das Existenzminimum und ein Selbstversuch‘, Elena Wolff, 2008, 160 S, ISBN 978-3-930830-98-5]

19.05.08 Armutsreport der Bundesregierung. Arm ist nach deutscher Definition, wer als Alleinlebender weniger als 60% des mittleren Einkommens der Bundesbürger verdient: 781 Euro netto/2007. Die Einkünfte der Reichen sind gewachsen, dagegen sinken die Einkommen im unteren Bereich leicht, im mittleren Bereich stagnieren sie. Für Langzeitarbeitslose und Alleinerziehende ist das Risiko nach wie vor groß, in Armut zu fallen. Die Hartz-Reform aus der Agenda 2010 hat zur Ausbreitung von Armut in Deutschland beigetragen [DIW 2007]. Wohnungslosigkeit entwickelte sich von 530 000/1999 auf 254 000/2007 Betroffene.

Erkenntnis:

Der Armutsreport 2008 ist ein Armutszeugnis. 32 Mio. Bundesbürger leben unter der Armutsgrenze für EU-Bürger. 11 Mio. Erwachsene leben 25% unterhalb der EU-Armutsgrenze. 2,6 Mio. Kinder leben in Armut, jedes 6. Kind. Jeder 5. Bundesbürger hat Mangel an Chancen, ein Leben zu führen, das den europäischen Minimalstandards entspricht. Studien sind politisch unerwünscht. Das Existenzminimum orientiert sich an fiktiven 20% der sozial Schwächsten, statt an der Realität von ca. 40%. 25% der Bundesbürger gelten als finanziell schwach, wenn die realistischere Pfändungsfreigrenze für 2008 von 985,- Euro zugrunde gelegt wird. Den sozial Schwächsten in D fehlt es an allem. Die Parlamentarier treiben das deutsche Volk systematisch in die Chronifizierung.

Abhängig Beschäftigte verdienen 2007 real gerade so viel wie 1992. Die Lohnquote sinkt seit Jahren. Zudem schützt Erwerbstätigkeit nicht mehr ausreichend vor Armut: So sind immer mehr Vollzeiterwerbstätige ergänzend zu ihrem Einkommen auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Die Armutsrisikoquote weist – so der zweite Armuts- und Reichtumsbericht – einen kontinuierlichen Anstieg auf. Betroffen sind vor allem Kinder. Rund 2,6 Millionen von ihnen leben bereits in Armut. Gleichzeitig findet eine starke Vermögenskonzentration statt [DIW Berlin 2007]. Demnach verfügen rund zwei Drittel der Bevölkerung ab 17 Jahren über kein oder nur ein sehr geringes Vermögen, während 10 Prozent der Bevölkerung fast zwei Drittel des Vermögens besitzen. Zudem sind wir von einer Chancengleichheit im Bildungssystem weit entfernt: In keinem anderen Industrieland entscheidet die soziale Herkunft so stark über die Bildungschancen und damit sowohl über die späteren Lebens- und Arbeitsbedingungen als auch über die Gesundheitschancen wie in Deutschland.

Prekäre Lebensbedingungen haben einen entscheidenden Einfluss auf den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen [KIGGS 2007]. Angesichts der gegenwärtigen Wirtschafts-, Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik ist künftig eher mit einer Zunahme der sozial bedingten Ungleichheit von Gesundheitschancen zu rechnen. Eine stetige Zunahme psychischer Erkrankungen ist bereits zu verzeichnen. Psychische Erkrankungen werden 2020 die am häufigsten auftretenden Krankheiten sein [WHO 2006].

Exposition

Die langdauernde Einwirkung eines Giftes, das den Stoffwechselprozess beeinflusst, s. Toxikation. Der Zustand Vergiftung ist bei 80% der chronischen Erkrankungen der Auslöser für die chronische Erkrankung. Mit der Einnahme von Schmerzmitteln, sowohl kurzfristig als auch langfrstig, ist eine beachtenswerte Lebensgefahr verbunden, s. Arzneimittelnebenwirkung.

90% der berufsbedingten Vergiftungen werden durch die Aufnahme von Fremdstoffen über die Lunge verursacht.

EBM Einheitlicher Bewertungsmaßstab

Das Verzeichnis der Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV, nach dem ambulante Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden. Seine gesetzliche Grundlage ist SGB V. Der EBM bestimmt gemäss § 87 Abs. 2 Satz 1 SGB V den Inhalt der abrechungsfähigen Leistungen und stellt ihr wertmäßiges, in Punkten ausgedrücktes Verhältnis zueinander dar. Soweit möglich sind die Leistungen mit Angaben für den zur Leistungserbringung erforderlichen Zeitaufwand des Vertragsarztes zu versehen.

Beispiel für chronisch schmerzleidende Patienten:

Der EBM 2008 für Schmerztherapie definiert in der Präampel auf S. 69 den chronischen Schmerz: 6-24 Monate: „Kommt es im Verlauf der schmerztherapeutischen Behandlung nach sechs Monaten zu keiner nachweisbaren Verbesserung der Beschwerdesymptomatik, soll der Arzt prüfen, ob der Patient von einer psychiatrischen bzw. psychotherapeutischen Mitbehandlung profitiert. Die Behandlung von chronisch schmerzkranken Patienten nach den Vorgaben der Qualitätssicherungsvereinbarung Schmerztherapie soll einen Zeitraum von zwei Jahren nicht überschreiten. Der Arzt benennt der Kassenärztlichen Vereinigung diejenigen Patienten, die sich über diesen Zeitraum hinaus in seiner schmerztherapeutischen Behandlung befinden. Die Kassenärztliche Vereinigung kann die weitere Behandlung dieser Patienten von der erfolgreichen Teilnahme an einem Kolloquium vor der Schmerztherapie-Kommission abhängig machen.“

Beispiel für Hausärzte:

Die Bezeichnung „Pauschalen-EBM“ beschreibt das neue Kapitel für die Hausärzte am zutreffendsten. Sie erhalten künftig pro Quartal und Patient eine Versichertenpauschale, die nach drei Altersklassen differenziert ist:

•  für Patienten bis zum vollendeten fünften Lebensjahr dürfen 1000 Punkte abgerechnet werden,
•  
für ältere Patienten bis zum vollendeten 59. Lebensjahr 900 Punkte,
•  für alle weiteren schließlich 1020 Punkte.

Sowohl die Dauer-basierte Definition von chronischem Schmerz als auch die Alters-basierte Vergütungspauschalen sind Unsinn, weil keine Evidenz für diese willkürlichen Variablen gegeben ist. Es ist das Gedankenspiel der Statistiker: Kostenreduktion.

Die Schmerzforschung von ENRAC®CMT führt die Messung der Schmerzursache über den Schmerzverlauf durch. Das führt zur Erkenntnis, dass sich der chronische Schmerz oft innerhalb der Akutschmerzphase manifestiert, und zwar innerhalb dem für die Krankheit zu erwarteten Mass. Da die evidenzbasierte Medizin die Schmerzursache nicht kennt, behandelt sie das Schmerzsignal und versucht eine Schmerzlinderung durch Pharmakotherapien zu erreichen. Klar, dass die Ärzte für die Manifestierung der chronischen Schmerzen und die Erzeugung neuer Schmerzursachen verantwortlich sind. Das EBM ist somit die gesetzliche Legitimation zur Chronifizierung der Deutschen.

Die international Schmerzforschung unterscheidet deshalb sehr genau und zwar Dauer- und Alter-unabhängig zwischen chronischen Schmerzen mi 1 Symptom, engl. chronic pain, und hartnäckigen Schmerzen mit >1 Symptom, engl. intractable pain. Auf den aktuellen Stand der internationalen Schmerzforschung nimmt die KBV unter Verletzung der Gesetzeslage zur Erhaltung der Lebensqualität keine Rücksicht. Die KBV folgt dem jüngeren Kostendämpfungsgesetz mit höherer Priorität.

Das Ziel der EBM ist Kostenreduktion statt Schmerzbefreiung. Selbst das Ziel Kostenreduktion erreicht das Bundesministerium für Gesundheit nicht, weil sie mangels zielgerichteter Gesundheitspolitik durch die von G-BA bestimmten ‚rationale Pharmakotherapie‘ den Kostentreiber Nr. 1 vorantreibt: die Chronifizierung der Deutschen. Die KBV klopft sich selbst auf die Schulter „EBM 2008 – Ein Meilenstein für die Zukunft“. Gesunder Menschenverstand statt falsche Kostenrechnung ist definitiv effektiver.

EBM 2008: Das Chroniker-Paradoxon der KBV

Die KBV hat die Einführung eines Morbiditätszuschlags eingeführt, umgangssprachlich Chronikerzuschlag. Den darf der Hausarzt ab 2008 einmal pro Quartal abrechnen, wenn er einen Patienten mit einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung behandelt und dieser mindestens zweimal im betreffenden Zeitraum in der Praxis war.

Die KBV nimmt auf § 2 Absatz 2 der Richtlinie des G-BA zur Definition schwerwiegender chronischer Krankheiten Bezug: Bei schwerwiegender chronischer Krankheit sei „eine kontinuierliche medizinische Versorgung erforderlich, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität zu erwarten ist“.

Die KBV hat 2006 statistisch ermittelt, dass in 2008 für 38% der hausärztlichen Patienten die Chronikerpauschale angesetzt werden kann. Sie liefert damit selbst das Paradoxon für Chroniker:

1.  Die KBV bestimmt, dass diese  Chroniker in 2006 haben

•  keine lebensbedrohliche Verschlimmerung, oder
•  
keine Verminderung der Lebenserwartung, oder
•  keine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität

2.  Studien der EbM beweisen das Gegenteil:

•  Viele Chroniker haben eine lebensbedrohliche Verschlimmerung
    und 10% haben Depressionen innerhalb weniger Monate,
und
•  die meisten haben eine Verminderung der Lebenserwartung,
und
•  alle haben eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität

Es ist also nur eine Frage von Monaten, dass die KBV die statistischen Variablen so umdefiniert, dass der Anteil von 38% Chroniker gegen 0% gerechnet wird. Ganz schön schlau: „Wir werden beispielsweise ja auch im Jahr 2009 noch Regelleistungsvolumina haben. Daraus folgt ja eben, dass die Diagnosen, die die Morbidität von Patienten begründen sollen, sehr gut dokumentiert werden müssen.“

Auch klar, dass die KBV in 2008 an einem Analyseverfahren arbeiten soll, wie sich die Morbidität, das Ausmass der Chronifizierung, aller Deutschen messen lässt, nachdem sie seit 60 Jahren den Anstieg der Chronifizierung verantwortet. Das ist genau der richtige Partner für das Bundesministerium für Gesundheit BMG.

Das BMG macht für die KBV ‚klare Vorgaben‘: Bis zum 30. Juni 2009 soll ihr Bewertungsausschuss diagnosebezogene Risikoklassen für Versicherte bilden. Bis 31.10.2010 muss er arztgruppenspezifische diagnosebezogene Fallpauschalen vereinbaren. Damit soll die Behandlung von Patienten vergütet werden, die einen erheblichen Leistungsaufwand erfordern und überproportionale Kosten verursachen. Für Fachärzte sollen diagnosebezogene Fallpauschalen ab 2011 gelten.

Schmerzlexikon
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